Die Landesanstalt für Medien NRW hat in einer Studie untersucht, wie Kinder und Jugendliche WhatsApp‑Kanäle nutzen. Vor allem jüngere Kinder unterschätzen, dass ihre Inhalte für viele Menschen sichtbar sind. 

WhatsApp gehört längst zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Bisher wenig beachtet ist die Kanal‑Funktion, die seit 2023 verfügbar ist. Anders als Chats funktionieren diese Kanäle wie ein öffentlicher Blog: Admins posten Beiträge, die Follower nur per Emoji beantworten können. 

Eine aktuelle Untersuchung der Landesanstalt für Medien NRW zeigt, dass viele Kinder schon mit 10 oder 11 Jahren eigene WhatsApp‑Kanäle betreiben. Für sie sind die Kanäle ein digitales Tagebuch und gleichzeitig ein öffentlicher Raum – oft ohne dass ihnen das bewusst ist. 

Wie wurde geforscht?

Die Studie basiert auf 3 Methoden:

  • einer Literaturrecherche zum aktuellen Forschungsstand
  • 12 Interviews mit Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren
  • einer Inhaltsanalyse von 100 WhatsApp‑Kanälen, die von minderjährigen Admins betrieben werden

Was die Studie aufdeckt

Kinder und Jugendliche teilen häufig Fotos, Videos, Emotionen und Alltagsroutinen – teils sehr persönlich, manchmal sogar intime Inhalte. Viele verlinken zudem externe Plattformen oder WhatsApp‑Gruppen, in denen Profilbilder, Telefonnummern und persönliche Daten sichtbar werden. Dadurch steigt das Risiko für ungewollte Kontaktaufnahmen, Beleidigungen, Mobbing oder sexuellen Missbrauch.

Unterrichtstipp für Lehrkräfte

Nutzen Sie ein Unterrichtsgespräch oder eine kleine Gruppenarbeit, um über die Funktionsweise von WhatsApp‑Kanälen zu sprechen. Lassen Sie Kinder Beispiele analysieren (ohne echte Kanäle!) und gemeinsam überlegen, welche Posts sicher sind und welche nicht. Thematisieren Sie Privatsphäre, Reichweite und mögliche Gefahren wie Cybermobbing oder ungewollte Kontaktaufnahme. So stärken Sie Medienkompetenz, ohne die Kinder zu verunsichern.