WhatsApp, YouTube, Fortnite – die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Neue JIM-Studie: Ergebnisse zur Mediennutzung 12- bis 19-Jähriger

Cover der Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Cover der Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

Smartphone, Online-Spiele, WhatsApp-Nutzung – was ist eigentlich normal (wenn auch nicht unbedingt gut) unter Kindern und Jugendlichen? Umfragen und Studien zum Medienverhalten des Nachwuchses können Eltern helfen, das Verhalten der eigenen Tochter oder des eigenen Sohnes einzuordnen. 

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat für die neueste JIM-Studie "Jugend, Information, Medien" (2018) wieder 12- bis 19-Jährige in Deutschland zu ihrem Medienumgang befragt. Das Internet-ABC hat ein paar interessante Aspekte herausgegriffen und dabei einen leichten Fokus auf die jüngeren Kinder (12 bis 13 Jahre) gelegt.

Medienausstattung in Familien 

Handys/Smartphones, Fernseher, Computer und Internetverbindungen sind in nahezu allen Familien der befragten Jugendlichen vorhanden. Der Besitz von Tablets hat im Vergleich zum Vorjahr leicht  abgenommen und liegt nun bei 67 Prozent. Ähnlich sieht es bei den festen (71 Prozent) und tragbaren (53 Prozent) Spielkonsolen aus.

Deutlich zugenommen haben die Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime. Mittlerweile können 77 Prozent der Haushalte auf solche Dienste zurückgreifen. Bei den Streaming-Diensten für Musik (zum Beispiel Spotify) liegt der Anteil schon bei 68 Prozent.

Fast alle Jugendlichen (97 Prozent) besitzen ein eigenes Smartphone. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es immerhin 95 Prozent. In dieser Altersklasse nennen 39 Prozent einen eigenen Fernseher, 37 Prozent einen Laptop, 29 Prozent ein Tablet und 21 Prozent einen Computer ihr Eigen.

Mediennutzung

Täglich nutzen 94 Prozent der 12- bis 19-Jährigen das Smartphone, 91 Prozent das Internet (über alle möglichen Zugänge). Es folgen Musik hören (84 Prozent), Online-Videos schauen (65 Prozent), Radio hören (48 Prozent) und Fernsehen (42 Prozent). 

Betrachtet man die regelmäßige Mediennutzung, so zeigt sich, dass das Fernsehen noch ziemlich "angesagt" ist: 73 Prozent der 12- bis 19-Jährigen tun dies immerhin mehrmals pro Woche. 39 Prozent lesen regelmäßig Bücher, 21 Prozent eine Tageszeitung (offline; online noch einmal 13 Prozent).

Auf die Frage, womit die Jugendlichen am häufigsten das Internet nutzen, antworteten 88 Prozent der Mädchen und 71 Prozent der Jungen: "Mit dem Smartphone!"

Allerdings werden auch Laptops/Notebooks, PCs und (deutlich weniger) Tablets für das Internet genutzt:  Täglich oder mehrmals in der Woche Laptops und Notebooks von 30 Prozent der Jugendlichen, der PC von 24 Prozent, das Tablet von 14 Prozent.

Die hohe Mediennutzung scheint das soziale Miteinander übrigens nicht eingeschränkt zu haben: In den letzten Jahren ging das Treffen mit Freunden zwar etwas zurück, in gleichem Maße stiegen allerdings die Unternehmungen mit der Familie (Seite 12 der Studie).

Auch interessant: Computer, Konsolen und Smartphone haben auch das das Lesen von Büchern nicht zurückgedrängt (Seite 18 der Studie). Seit 10 Jahren gilt: Ca. 40 Prozent der Jugendlichen lesen mindestens mehrmals in der Woche Bücher.

Welchen Nachrichtensendungen und -portalen vertrauen Jugendliche? 

84 Prozent der 12- bis 19-Jährigen finden die ARD Tagesschau/Tagesthemen, 77 Prozent der regionalen Tageszeitung und 74 Prozent die öffentlich-rechtlichen Radiosendungen vertrauenswürdig. Das Vertrauen ist allerdings bei Jugendlichen mit formal höherem Bildungsniveau deutlich größer.

Die Zeit im Internet 

An Schultagen sind die 12- bis 19-Jährigen ca. 3,5 Stunden täglich im Internet, die Jüngsten deutlich über 2,5 Stunden, die Älteren zum Teil 4 Stunden. Diese Zeitangaben sind allerdings Selbsteinschätzungen der Befragten, die durchaus Ungenauigkeiten beinhalten können.

Vornehmlich wird die Zeit für die Kommunikation untereinander und die Unterhaltung genutzt, es folgen Spiele und das Informieren. Bei den Jüngeren steht das Spielen etwas höher in der Beliebtheitsskala, allerdings eher bei den Jungen als bei den Mädchen. Insgesamt hat der Bereich Kommunikation in den letzten Jahren abgenommen, die Unterhaltung und das Spielen haben zugelegt.

Lieblingsangebote und wichtigste Apps

Zu den Lieblingsangeboten des Internets zählen YouTube, WhatsApp, Instagram und Netflix. Es folgen Snapchat, Google und Spotify. Bei den "wichtigsten Apps" sieht es etwas anders aus: Hier steht WhatsApp mit großem Abstand vorne, dahinter reihen sich Instagram (besonders beliebt bei den Mädchen), YouTube und Snapchat ein. 

80 Prozent der 12- und 13-jährigen Jugendlichen nutzen WhatsApp, 48 Prozent YouTube, 44 Prozent Instagram, 23 Prozent Snapchat und jeweils 10 Prozent Google und Netflix.

Bei YouTube werden vor allem Musikvideos geschaut, gefolgt von lustigen Clips, Comedy und lustige Videos von YouTubern und Let's-play-Videos.

Instagram wird meist für "Privates" genutzt: Man folgt vornehmlich Personen, die man persönlich kennt, schaut sich deren Bilder und Videos an und kommentiert diese. Ähnlich verhält sich dies bei Snapchat.

Informationen suchen

Der Anteil der Internetnutzung für die Suche nach Informationen beträgt bei den 12- bis 13-Jährigen 10 Prozent. Für die Suche wird vornehmlich Google (76 Prozent) genutzt, dahinter folgen mit 59 Prozent YouTube-Videos und mit 27 Prozent Wikipedia (oder ähnliches).

Spiele

Computer-, Konsolen-, Online-, Tablet- und Handyspiele werden von 68 Prozent der 12- bis 13-Jährigen täglich oder mehrmals in der Woche gespielt, wobei auch hier ein Übergewicht der Jungen gegenüber den Mädchen festzuhalten ist. Im Vordergrund stehen Spiele auf dem Smartphone, es folgen Konsolenspiele und Computerspiele. 

Jugendliche dieser Altersklasse spielen ca. 1,5 Stunden am Tag. 

Zu den beliebtesten Spielen zählen bei allen Befragten (12- bis 19-Jährigen) Fortnite, FIFA, Grand Theft Auto, Call of Duty und Die Sims. Viele (insgesamt 57 Prozent) geben an, dass sie über die Chatfunktionen der Spiele auch über andere Themen als das Spiel selbst kommunizieren.

Acht Prozent der Spielerinnen und Spieler haben in Spielen aus Versehen schon einmal zusätzlich etwas gekauft, 10 Prozent waren es bei den Jüngeren (12 bis 13 Jahre).

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 12.12.2018]


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JIM-Studie 2018

Auf den Seiten des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) kann die Studie gelesen und heruntergeladen werden.
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