Aktuelle Umfrage zum Kinder- und Jugendmedienschutz

Eine große Mehrheit der Eltern wünscht sich bessere Alterskennzeichnungen und Überprüfungen; Bild: Michael Schnell / Find-das-Bild.de
Eine große Mehrheit der Eltern wünscht sich bessere Alterskennzeichnungen und Überprüfungen; Bild: Michael Schnell / Find-das-Bild.de

Eine große Mehrheit der Eltern in Deutschland findet den Schutz von Minderjährigen im Netz unzureichend. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW).

Das Internet-ABC fasst die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage zusammen:

Nutzung und Medienkompetenz

  • 75 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass ihr Kind ein digitales Endgerät benutzt. Das hängt aber stark vom jeweiligen Alter ab: Fast alle Kinder in den Altersgruppen 15 bis 17 Jahre (99 Prozent) bzw. 11 bis 14 Jahre (97 Prozent) nutzen ein digitales Endgerät. Bei Kindern unter 6 Jahren trifft dies nur auf etwa ein Drittel (34 Prozent) zu.

  • 40 Prozent der befragten Eltern stufen die Medienkompetenz ihres Kindes als durchschnittlich ein, 35 Prozent als sehr hoch oder hoch. 20 Prozent sind der Meinung, dass ihr Kind über eine geringe oder sehr geringe Medienkompetenz verfüge.

Alterskennzeichnung und Altersfeststellung

  • Eine gute Alterskennzeichnung ist für fast alle Eltern in Deutschland (97 Prozent) ein wichtiges Auswahlkriterium für die Nutzung von Social-Media-Diensten oder Spielen durch ihre Kinder. Entsprechend achtet die große Mehrzahl der Eltern bei der Auswahl von Filmen, Apps, Spielen oder Streaming-Diensten auf die Alterskennzeichnung.

  • Das bei manchen Anbietern bestehende Verfahren zur Prüfung des Alters durch Bestätigung der Volljährigkeit durch Klick finden 81 Prozent der Befragten nicht ausreichend, um Kinder und Jugendliche zu schützen.

Risiken bei der Mediennutzung

  • Die Bemühungen der Anbieter von Online-Angeboten beim Kinder- und Jugendschutz werden als unzureichend bewertet. Besonders schlecht schneiden Messenger-Dienste und Videoplattformen ab, deren Schutzbemühungen nur jeweils 27 Prozent als ausreichend ansehen. Bei Anbietern sozialer Medien wie Facebook oder Instagram sehen das sogar nur 18 Prozent so.

  • Gleichzeitig fordern fast alle Befragten eine verlässliche Altersfeststellung bei für Kinder ungeeigneten oder schädigenden Angeboten. Im Falle von Verstößen gegen den Kinder- und Jugendschutz sollte es ein effizientes Melde- und Beschwerdesystem geben sowie härtere Strafen für die jeweiligen Anbieter (jeweils 93 Prozent).

Unterstützende Angebote für Eltern

  • Potentielle Angebote, die den Eltern dabei helfen könnten, ihre Kinder im Netz sicher zu begleiten und zu unterstützen, werden insgesamt sehr positiv bewertet: Mindestens vier Fünftel der Befragten stufen diese als sehr hilfreich oder hilfreich ein.

  • Dabei zeigt sich, dass Angebote, die eher kein eigenes Zutun brauchen wie funktionierende Jugendschutzeinstellungen oder eine verständliche, einheitliche Alterskennzeichnungals besonders hilfreich eingeschätzt werden.

Reform des Kinder- und Jugendmedienschutzes

  • "Wir brauchen einen am realen Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen orientierten, ganzheitlichen Kinder- und Jugendmedienschutz", so Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Ebenso notwendig sind "Kontrollmechanismen wie auch eine konsequentere Bestimmung von Rechtsfolgen bei Verstößen".

Eine Zusammenfassung der Umfrage mit allen Einzelergebnissen gibt es hier:
https://www.dkhw.de/schwerpunkte/medienkompetenz/studie-jugendmedienschutz

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 18.02.2020]


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Fabian 24.01.2020 12:37
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