"Die Digitalisierung ist da, sie geht weiter, sie ist nicht aufzuhalten." (Christian Stöcker, SZ)

Dieser stetige Prozess der Digitalisierung unserer Gesellschaft wird durch neue Technologien befeuert und dennoch maßgeblich von uns als Nutzer und Konsumenten mitgetragen. Wir selbst beteiligen uns zu großen Teilen freiwillig und neugierig an diesem Prozess. Das Weltwissen permanent in der Hosentasche verfügbar zu haben, immer zu wissen, wo der genaue Standort ist, jederzeit mit Freunden und Familie kommunizieren zu können oder Gesehenes zu dokumentieren – das sind nur einige Aspekte der Mediennutzung im Alltag.

Bei der Auseinandersetzung mit Digitalisierung für schulische Zusammenhänge geht es nicht um die Frage, ob Kinder mithilfe von Computern besser rechnen, schreiben und lesen lernen können. Vielmehr geht es um die Chance, insbesondere Kinder und Heranwachsende zu befähigen, sich in einer digitalisierten Welt zurecht zu finden.

Der Computer und auch andere mobile Geräte sind als Werkzeug zur Aneignung der Welt zu verstehen, Werkzeuge, die uns allen jeden Tag und jeder Zeit zur Verfügung stehen.

Nun kündigte die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vor kurzem an, sie wolle bis 2021 fünf Milliarden für die Anschaffung von Schulcomputer und WLAN investieren. Die Kritiker haben nicht lange auf sich warten lassen. Dabei entwickeln sich die fundamentalen Umwälzungen rasanter als je erwartet. Was die Gesellschaft deshalb dringend braucht, sind Hilfen für die Orientierung mit diesen Veränderungen.

Insbesondere eine technologiebezogene Aufklärung durch Bildung ist hier das Mittel der Wahl. Kinder, die nicht verstehen, wie Software funktioniert, die den ersten Google-Treffer prinzipiell für die richtige Antwort halten oder gar nicht mehr "offline spielen" – für diese Heranwachsenden hat die Digitalisierung vermutlich mittelfristig tatsächlich negative Auswirkungen. 

Eine zeitgemäße Ausstattung, ein entsprechendes Curriculum und grundständige Weiterbildung von Lehrkräften gehören in ein zu schnürendes Bildungspaket. Da die Lehrpläne in Deutschland Ländersache sind, können die finanziellen Mittel der Bildungsministerin nur als eine Grundlage für die Bewerkstelligung der zu bewältigenden Aufgaben gesehen werden. Die Zusicherung von Mitteln ist zweifelsohne als ein Schritt in die richtige Richtung zu verstehen.

Das Anbieten von Orientierung beinhaltet die schulische Aufgabe nach aktiver Begleitung in Zeiten der rasanten Entwicklung. Ein maßgeblicher Anteil muss in der Schule passieren, zumal die meisten Eltern nicht kompetent genug sind und das eigene Medienhandeln in der Familie nicht vorbildhaft gestaltet wird. Bildung bedarf in diesem Fall kompetenter Begleiter bspw. für ein Basiswissen in Informatik und eine Würdigung der informellen Kenntnisse der Schüler. Hier sind Neuerungen im Bildungssystem notwendig. Die Bereitstellung von Mitteln hat dabei eine wichtige Rolle, es bedarf jedoch einer neuen Strategie in der Lehreraus- und Weiterbildung.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 31.03.2020]
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