Die erste Tablet-Klasse an einer Grundschule bundesweit

Seit der Einschulung lernt eine Klasse der Grundschule in Hennef bei Bonn mit Tablets. Wo andere die Federmappe und Übungshefte auspacken, öffnen die Jungen und Mädchen der Klasse 1c selbstverständlich eine App, die ins digitale Klassenzimmer führt. Mit dem vorgegebenen Code loggen sie sich in ihre personalisierten iPad-Geräte ein. Ermöglicht wurde das Projekt durch das Geräte-Sponsoring eines bekannten Schulbuchverlags.

Fortschritt oder Gefahr? Unterschiedliche Reaktionen auf das Projekt

Während sich das Bundesbildungsministerium begeistert zeigt, dass deutsche Schulen wieder einen Schritt in Richtung in Richtung digitale Zukunft bewältigt haben, sträuben sich einigen Medienwissenschaftlern die Nackenhaare. Das Lernen erscheine so vielleicht attraktiver und die Kinder könnten schneller erkennen, ob ihre Ergebnisse richtig oder falsch seien. Niemand wisse allerdings, ob das Kind eine Lösung auch verstanden habe. Außerdem werde das Schreib- und Lesevermögen nur beim Schreiben mit der Hand ausgebildet. Ganz abgesehen davon, dass die Ausstattung mit Endgeräten IT-Firmen die Schultore öffne, die vermutlich auch auf zukünftigen Kundenfang aus seien.

Die Lehrerin der Tablet-Klasse, die sich jahrelang auf diese Art des Unterrichtens vorbereitet und viel Energie und Zeit auf die Realisierung der Idee verwendet hat, kennt diese Bedenken. Sie winkt jedoch ab. Die Kinder benutzen das Tablet vor allem zum Üben, zum Beispiel beim Lesen lernen und beim Rechnen. Auch die Differenzierung innerhalb der Klasse sei einfacher, wenn jedes Kind Aufgaben auf verschiedenen Niveaus bearbeiten könne. Zudem sei ihnen durch ein Ranking jederzeit klar, wo sie im Vergleich zu den anderen noch Defizite hätten. Neue Inhalte würden immer noch im Unterrichtsgespräch eingeführt und die Hausaufgaben ganz klassisch in das dafür vorgesehene Heftchen notiert.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 21.06.2020]
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