Als "Influencer" werden Menschen bezeichnet, die auf den großen Sozialen Medien wie Instagram und YouTube einen eigenen Kanal betreiben – mit möglichst vielen Followern (also Abonnenten). In diesem Kanal präsentieren sie sich mit Videos, Bildern und Texten und verdienen dadurch mit direkter oder indirekter Werbung zum Teil viel Geld. Neben den großen Influencern werden für die Werbeindustrie zunehmend die sogenannten "Mikro-Influencer" interessant, die deutlich weniger Follower haben.

Influencer sollen "beeinflussen" (das ist die Bedeutung des englischen Begriffs "to influence") und zeigen, was angesagt ist. So erhalten sie beispielsweise von bestimmten Firmen ein paar Sportschuhe, eine Armbanduhr oder einen Artikel zur Pflege der Haut. Und diese bewerben sie dann entweder ganz offen: "Schaut mal, was ich hier Tolles entdeckt habe!" – oder indem sie das Produkt einfach irgendwo im Bild oder Video platzieren. Ist ein Influencer sehr bekannt, zahlen Firmen viel Geld für einen öffentlichen Auftritt. Eine Modefirma kleidet ihn dafür ein – und bei einem Selfie oder in einem kleinen Video wird diese Firma (natürlich) erwähnt.

Diese Arten von Werbung müssen als solche gekennzeichnet sein. Ansonsten spricht man von Schleichwerbung – und die ist in Deutschland verboten. Trotz der Kennzeichnung verstehen Kinder und Jugendliche aber oftmals nicht, was bezahlte Werbung ist oder was vielleicht nur ein flotter Spruch und ein (anscheinend) gutgemeinter Tipp!

Authentisch oder nur vorgespielt?

Werbung mit Influencern ist mittlerweile weit verbreitet – und sehr erfolgreich. Viele Influencer versuchen sich bewusst authentisch, glaubwürdig, sympathisch zu zeigen. Sie stehen dafür zum Beispiel über Instagram persönlich mit ihren Fans oder Followern in Kontakt. Mit ihrer Art, sich zu präsentieren, ihrer Offenheit, auch Privates zu zeigen, sind sie für viele Kinder und Jugendliche teilweise schon Idole.

Allerdings sollten Eltern und Kinder niemals vergessen, dass auch diese Offenheit eine Scheinwelt sein kann. Wer weiß schon, wie die- oder derjenige tatsächlich ist: Ist die Influencerin immer so gut gelaunt? Sind die Probleme, die der Influencer anspricht, ernst gemeint oder nur Teil einer berechnenden Darstellung?

2Bewertungen
0Kommentare
[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 29.05.2020]
Diesen Artikel bewerten
Bitte beachten: Beleidigungen und private Angaben (Adresse, Telefonnummer, Schule) werden nicht veröffentlicht, sondern gelöscht.
absenden
Zum Surfschein
Mediennutzungsvertrag

Fragen?

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Internet-ABC oder zu einzelnen Themen und Materialien? Wir helfen Ihnen gerne weiter! ​

Abschicken
E-Mail schreiben