Kinder haben Rechte!

Kinder am Tablet; Bild: FOX / Völkner
Kinder am Tablet; Bild: FOX / Völkner

Auch Kinder haben Rechte! Das weißt du vielleicht schon. Aber was sind das für Rechte? Und was haben diese Kinderrechte mit dem Internet zu tun? Die "Stiftung Digitale Chancen" beantwortet dir diese und weitere Fragen. 

Der Text ist etwas lang. Aber er ist wichtig für dich!

Was sind eigentlich Kinderrechte?

Alle Menschen auf der Welt haben die gleichen Rechte. Zusätzlich gibt es für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag ganz besondere Rechte. Sie drehen sich um den Schutz, die Förderung und die Beteiligung von Kindern. Du findest diese Rechte in der so genannten Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. 

Diese Konvention ist das wichtigste Dokument für die Rechte von Kindern. Sie besteht aus 54 Artikeln. 41 Artikel benennen einzelne Rechte für Kinder. 13 Artikel erläutern, was Staaten alles tun müssen, um diese Rechte zu verwirklichen. 

Was bedeuten die Kinderrechte heute?

Die Kinderrechtskonvention wurde 1989 verabschiedet. Seitdem ist viel passiert: Der Alltag von Kindern sieht heute ganz anders aus als damals: 

  • Vor 28 Jahren gab es zum Beispiel noch keine Computer in den meisten Familien. 
  • Das Internet war gerade erst erfunden worden – aber eher für Wissenschaftler, die sich weltweit über ihre Arbeit austauschen konnten. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass auch Kinder das Internet nutzen.
  • Telefone gab es nur zum Telefonieren. 

Logisch, dass das Internet in der Kinderrechtskonvention nicht erwähnt ist. Aber die Rechte von Kindern gelten auch in der digitalen Welt. 


Die wichtigsten Kinderrechte in der digitalen Welt

1. Gleiche Rechte für alle Kinder und Schutz vor Diskriminierung: Kein Kind darf benachteiligt werden. 

Alle Kinder haben die gleichen Rechte! Es ist völlig egal, wie alt sie sind, wo sie leben, welche Hautfarbe oder welche Religion sie haben, ob sie Junge oder Mädchen sind, welche Sprache sie sprechen oder ob sie arm oder reich sind. 

Dies gilt auch in der digitalen Welt, zum Beispiel dem Internet. Mobbing oder Benachteiligung finden nicht nur auf dem Schulhof oder dem Spielplatz, sondern auch im Internet statt. 

Diskriminieren heißt, dass jemand benachteiligt oder schlechter behandelt wird. Im Internet können Diskriminierung, Beleidigungen oder Gerüchte noch schneller verbreitet werden. Peinliche Fotos und Videos werden ohne lange zu überlegen an viele Menschen geschickt, und andere machen sich darüber lustig. 

Deshalb ist es wichtig, auf die Rechte von Kindern auch im Internet zu achten und Bescheid zu sagen, wenn etwas schief geht. Du kannst deine Eltern oder deine Lehrer informieren oder dich im Internet zum Beispiel an die Nummer gegen Kummer wenden. 

2. Recht auf Bildung: Jedes Kind hat das Recht, zu lernen und eine Ausbildung zu machen.

Das Internet bietet viele Gelegenheiten zum Lernen, beispielsweise hier beim Internet-ABC. Jedes Kind muss lernen, wie man sich im Internet richtig und sicher verhält. Das nennt man Medienkompetenz. Es geht also nicht nur darum, alles richtig bedienen zu können. Du musst die auch verstehen, wer die Seiten im Internet macht und woher die Fotos oder Videos kommen.

3. Recht auf Information und freie Meinungsäußerung: Kinder haben das Recht, bei allen Fragen, die sie betreffen, sich zu informieren, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken. 

Jedes Kind das Recht auf einen uneingeschränkten Zugang zu Informationen, die im Internet angeboten werden – sofern diese Informationen ihnen nicht schaden können. Bei allen Fragen, die Kinder betreffen, dürfen Kinder mit reden. Du hast bestimmt zu vielen Dingen deine eigene Meinung. Das Internet gibt dir die Möglichkeit, diese frei zu äußern, damit sie gehört und bei Entscheidungen berücksichtigt wird. 

4. Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung: Kinder haben das Recht, zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein.

Schule und Aufgaben in der Familie dauern oft recht lang. Daneben sollen Kinder aber auch genügend Zeit zum Spielen haben. Dazu gehört auch, dass sie Apps, Spiele, Sendungen und Filme im Internet finden. Es ist wichtig, dass es Angebote gibt, die nur für Kinder gemacht sind – wie zum Beispiel Kinderseiten, Kindersuchmaschinen und moderierte Kinderchats.

5. Recht auf Privatsphäre und Geheimnisse.

Die Privatsphäre von Kindern muss im Netz besonders geschützt werden. Informationen verbreiten sich hier besonders schnell. Deshalb musst Du auch selbst darauf achten, was du im Netz über dich erzählst. Dein Name, deine Adresse, deine Handynummer – überlege stets genau, wo du sie einträgst. 

Niemand darf ungefragt deine E-Mails durchlesen. Wenn jemand ein Foto von dir ins Netz stellt, muss er dich vorher um Erlaubnis fragen. Das gilt auch für deine Familie!

6. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.

Niemand darf dir wehtun. Dein Recht auf Schutz gilt auch im Internet. Dabei helfen zum Beispiel Sicherheitseinstellungen am Smartphone oder Computer. Sie sollen dich vor ungeeigneten Inhalten und Kontakten schützen. Wenn Du etwas im Internet siehst, das dir Angst macht oder dir peinlich ist, sprich mit deinen Eltern oder wende dich an die Nummer gegen Kummer.

Wenn du mehr über deine Rechte erfahren möchtest, dann schau mal bei Kindersache.de vorbei:

Für deine Eltern gibt es mehr Informationen zu Kinderrechten in der digitalen Welt unter Kinderrechte.digital:

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 13.01.2018]


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