Urheberrecht im Internet: Bilder, Texte, Musik, Videos

Das Internet ist kein Selbstbedienungsladen mit kostenfreien Produkten. Kopieren und Herunterladen ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. U.a. werden hier folgende Fragen beantwortet: Darf ich auf meiner Homepage Bilder und Texte anderer veröffentlichen? Mache ich mich strafbar, wenn ich Musik und Filme aus dem Netz lade? Sollte ich meinem Sohn/meiner Tochter erlauben, Filme auf "zweifelhaften" Portalen im Internet zu schauen? Ist es erlaubt, YouTube-Musikvideos zu MP3-Dateien zu konvertieren? hier

Darf ich auf meiner Homepage Bilder und Texte anderer veröffentlichen?
Fotos und Paragraphensymbol; Bilder: Find-das-Bild.de / Michael Schnell
Urheberrecht im Internet: Bilder, Texte, Musik, Videos

Auch im Internet gelten Urheberrecht und Copyright. Sie müssen also vor der Veröffentlichung das Einverständnis des Urhebers eines Textes, eines Bildes oder einer Zeichnung einholen und sollten es unbedingt vermeiden, bekannte Figuren oder Symbole in Ihre Homepage einzubauen. Damit verstoßen Sie nämlich gegen geltende Gesetze. 

Anders ist es mit Materialien, die unter einer Creative Commons-, kurz CC-Lizenz stehen. Die freie Enzyklopädie Wikipedia z.B. stellt Text und Bilder unter solche Lizenzen. Unter der Voraussetzung, dass Quelle bzw. Autor sowie Lizenz genannt werden, können Sie die Inhalte verwenden. Solche Inhalte werden auch als "Open Content" bezeichnet.

Mache ich mich strafbar, wenn ich Musik und Filme aus dem Netz lade?
MP3-Player und Paragraphen-Zeichen
Urheberrecht im Internet: Bilder, Texte, Musik, Videos

Prinzipiell erst einmal nicht. Im Einzelfall wird es darauf ankommen, woher die Musik- oder Filmdateien stammen und wo sie zu welchen Konditionen heruntergeladen worden sind. Bei Dateien, die aus Tauschbörsen stammen, ist Vorsicht geboten, es handelt sich leider oft um illegale Raubkopien. Sich diese Dateien auf die eigene Festplatte zu laden, verstößt gegen das Gesetz. Gratis kann damit richtig teuer werden!

Doch es gibt auch viele legale Wege, an Musik zu kommen: Über Online-Musikportale wie musicload.de oder Apples Music Store 'iTunes' können Musikdateien eingekauft werden. 

Umsonst geht es auf Internetseiten, die kostenlose Musikdownloads für jeden anbieten, z.B. www.tonspion.de oder www.jamendo.com/de. Auch die Aufnahme von Musiktiteln aus Internetradios ist legal und kostenlos.

Sollte ich meinem Sohn/meiner Tochter erlauben, Filme auf "zweifelhaften" Portalen im Internet zu schauen?

Bereits beim Anschauen eines Bildes oder beim Streamen eines Filmes über das Internet wird auf dem Rechner des Betrachters eine Kopie erstellt. Dies ist für den privaten Gebrauch generell unproblematisch. So können Sie auch urheberrechtlich geschützte Bilder und Filme im Internet ansehen und zu privaten Zwecken sogar vervielfältigen - mit einer großen Ausnahme: Es darf keine offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage benutzt werden. 

Auch wenn es bislang nur Verfahren gegen die Betreiber solch zweifelhafter Plattformen und nicht gegen deren Konsumenten gab, so besteht zumindest beim Anschauen von offensichtlichen "Raubkopien" die Möglichkeit einer Abmahnung. Verschärft gilt dies im Übrigen für zahlende "Premium-Kunden" solcher Plattform, denen man vorwerfen kann, mit ihren Zahlungen die gewerblichen Urheberrechtsverletzungen der Seitenbetreiber finanziell zu unterstützten.

Viele legale Video-Plattformen (YouTube, MyVideo, MSN Movies) sowie zahlreiche Fernsehanstalten und Sender bieten übrigens ganz legal Spielfilme, Serien und Dokumentationen im Netz. Filme, die gerade oder noch nicht einmal im Kino angelaufen sind, sucht man hier zwar vergebens, aber so können Kinder und Jugendliche ein Gefühl dafür entwickeln, wo die rechtliche Grauzone überschritten wird.

Generell gilt zu berücksichtigen, dass auf legalen wie illegalen Angeboten die Filme in der Regel nicht nach Altersfreigabe durch die FSK zu sortieren sind. Für Kinder und Jugendliche geeignete Filme sind daher oftmals in einer Reihe zu finden mit Erotik-, Kriegs- oder Horrorfilmen.

Ist es erlaubt, YouTube-Musikvideos zu MP3-Dateien zu konvertieren?

In der Regel ist es für private Zwecke erlaubt, Kopien beispielsweise von gekauften CDs oder DVDs anzufertigen und die Audiodaten in praktische MP3-Dateien für unterwegs zu konvertieren. Auch das Mitschneiden und Konvertieren von Musik aus dem Radio, auch wenn es sich um Internetradio handelt, ist erlaubt. 

Dies gilt jedoch nicht für kopiergeschützte Medien, wie man es von manchen CDs und sehr vielen DVDs und Blu-ray Disks kennt. Das Umgehen eines Kopierschutzes ist illegal, auch wenn es mit entsprechenden Programmen ein Kinderspiel sein kann.

YouTube selbst verbietet den Download von Videos in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und geht rechtlich gegen Anbieter von Software vor, die eben dies ermöglichen. Ob das Mitschneiden oder Kopieren von YouTube-Videos für private Zwecke dennoch legal ist, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt. Dabei stellt sich zunächst die Frage, ob das Material rechtmäßig auf YouTube eingestellt wurde. Ist dies nicht der Fall, so ist auch der Download dieses Materials illegal: Aktuelle Kinofilme, die kurzfristig über YouTube erreichbar sein können bevor sie gesperrt werden, darf man ebenso wenig herunterladen wie die vielen Musikstücke, für die YouTube von der deutschen Musikverwertungs-Gesellschaft Gema keine Lizenz zur Ausstrahlung hat.

Ist das Material jedoch legal bei YouTube erschienen (beispielsweise wenn dort jemand sein selbst komponiertes und nicht lizensiertes Stück vorträgt), so lässt sich argumentieren, dass es sich bei einem Download um einen ähnlichen Mitschnitt handelt wie beim Radio. Damit wäre das Herunterladen und Konvertieren für den privaten Gebrauch erlaubt.

Als Privatnutzer ist es nicht immer einfach zu erkennen, ob eine Datei legal auf YouTube eingestellt wurde. Daher hat man in der Regel wenig zu befürchten, wenn man sich ein Video von YouTube herunterlädt oder sich die Musik in MP3 Dateien konvertiert. Man sollte den "gesunden Menschenverstand" dennoch nicht ausschalten: Aktuelle Kinofilme noch vor dem Kinostart herunterzuladen, ist genauso strafbar wie das Herunterladen von Songs, die ausdrücklich für die Ausstrahlung in Deutschland gesperrt wurden. Letztlich ist das Mitschneiden von Stücken aus dem Internetradio eine unkomplizierte und zudem auf jeden Fall legale Alternative.

Was kann ich tun, wenn eine Abmahnung im Briefkasten liegt?

Liegt eine Abmahnung (beispielsweise wegen illegalen Filesharings oder Verletzung von Urheberrechten durch unzulässig verwendete Fotos) im Briefkasten, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren!

Nehmen Sie die Sache trotzdem ernst und kehren Sie sie nicht unter den Teppich, denn sonst könnten weitere rechtliche Schritte und noch höhere Kosten drohen. Auch ist es wichtig die meist recht kurz gesetzten Fristen zu berücksichtigen und sich zeitnah um die Angelegenheit zu kümmern.

Gehen Sie den genannten Vorwürfen nach: Liegt tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung vor und ist es möglich, dass die Abmahnung rechtens ist? Sprechen Sie mit allen Personen, die Ihren Internetzugang nutzen oder genutzt haben und überprüfen Sie Ihren Kalender, was zur besagten Tatzeit passiert ist.

[Info zum juristischen Hintergrund: In der Regel handelt es sich bei solchen Abmahnungen nicht um strafrechtliche, sondern um zivilrechtliche Vorwürfe. Sie haben daher nicht mit einer Haftstrafe zu rechnen und können auch nicht vorbestraft werden. Im Gegensatz zu einem strafrechtlichen Vergehen muss allerdings im Zivilrecht nicht zwingend ein Straftäter ermittelt werden. Im Falle einer Urheberrechtsverletzung im Internet kann der Anschlussinhaber haftbar gemacht werden, auch wenn er selbst nicht der Täter ist (Störerhaftung, §1004 BGB).]

Es ist zu empfehlen, sich mitsamt den gesammelten Unterlagen vor Ablauf der in der Abmahnung gesetzten Frist professionelle Hilfe zu suchen. Dies kann ein vertrauenswürdiger Rechtsanwalt oder auch eine Stelle der Verbraucherzentrale sein. In der Regel fallen dabei zwar Gebühren an, die aber zumeist unter dem in der Abmahnung geforderten Vergleichsbetrag liegen.

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4 Kommentare


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soso m 02.06.2017 12:26
voll gute idee
esma 31.05.2017 10:34
das ist echt sicher
gustav 17.01.2017 08:05
das ist ja interessant ... das wusste ich aber nicht..... schade das man solche briefe bekommen kann
Anna 12.01.2017 20:28
Ich finde den Artikel als Übersicht gut. Er klärt jedoch nicht den Begriff Grauzone und wo diese beginnt auf. Da müsste er etwas genauer sein. Jedoch finde ich gut das er genau darauf hinweist das keine Videos zu kopieren und vervielfältigen sind.
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