Was macht eine gute Spiele-App für Kinder aus?

App "Der Elefant"; Bild: WDR
App "Der Elefant"; Bild: WDR

Nach der Einleitung mit Kriterien zu Apps allgemein wird nachfolgend erklärt, was speziell gute Spiele-Apps ausmacht. Worauf sollten Eltern achten, wenn sie ihrem Kind ein Spiel auf dem Smartphone oder dem Tablet installieren möchten?

Das Internet-ABC stellt nachfolgend einzelne Kriterien vor - nur wenige Kinder-Apps werden allerdings alle Kriterien erfüllen. Eltern sollten daher entscheiden, was ihnen besonders persönlich wichtig erscheint und wie die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Spiel aussieht.

Das Schöne am (Computer-)Spielen

Spielen soll vor allem eins: Spaß machen. Beim Spielen können Kinder in Rollen schlüpfen, die ihnen im wahren Leben verwehrt bleiben: Sie fahren Rennwagen, reisen durch das Weltall, führen Clans oder retten einfach mal die Welt.

Praktisch nebenbei werden auch viele Kompetenzen gefördert: Die Kinder entwickeln Ausdauer und Ehrgeiz, müssen Geduld beweisen und sich dabei gut konzentrieren. Merk- und Orientierungsfähigkeit können gesteigert, kreativ nach Lösungswegen gesucht werden. Sie setzen sich mit einem Regelwerk auseinander und lernen, dass man auch verlieren kann.

Problematisch wird es immer wieder, wenn Kinder alleine entscheiden, wie lange sie was spielen. Mit mobilen Geräten können sie sich dabei - leider - meist sehr gut der Kontrolle entziehen.

Weitere Informationen:

Die Bedienung - einfach und selbsterklärend?

Benutzerfreundlichkeit – das heißt bezüglich Apps eigentlich: Eine App ist freundlich zu dem Benutzer. Unfreundlich waren Programme oft in der frühen "Windowswelt": Viele Funktionen erschlossen sich nicht von selbst, sondern setzten stets ein spezielles Wissen voraus.

Gerade Spiele für Kinder sollten anders sein: nämlich selbsterklärend. Eine gute App zum Spielen und Lernen ist intuitiv bedienbar oder bietet eine gut verständliche Einführung (Tutorial) in die Funktionen und Abläufe an. Sie liefert meist ein klar definiertes Ziel und bietet ein eindeutiges Feedback zum Fortschritt und damit eine gute Orientierung. Es gibt eine klare und nicht verwirrende Navigation.

Auch die Usability muss stimmen. Ist die Umsetzung medienadäquat? Also: Werden zum Beispiel alle Tipp-, Wisch- und Schwenk-Möglichkeiten eines Smartphones oder Tablets genutzt? Und wenn dies der Fall ist, sollten sie immer nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Wird eine Hilfefunktion in Anspruch genommen, sollte diese an der betreffenden Stelle punktuell unterstützen- und nicht nur einen allgemeinen Text liefern.

Klang, Sprache, Musik

Mit dem Klang eines Spiels steht und fällt vieles: Sind die Sprecher gut? Gibt es Musik? Wenn ja, nervt sie auf Dauer? Kann sie separat ausgeschaltet werden? Gibt es passende atmosphärische Klänge, die die Handlung und die Dramaturgie unterstützen? Können diese Sounds leiser gestellt werden?

Verschiedene Schwierigkeitsstufen und Wiederspielwert

Mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen (zum Beispiel leicht, mittel und schwer) können Kinder unterschiedlichsten Alters die Spiele-App jeweils individuell im angemessenen Tempo bewältigen. Ist eine leichte Runde geschafft, kann jedes Kind anschließend versuchen, die jeweilige Aufgabe in der nächstschwereren Stufe zu meistern. Das erhöht den Wiederspielwert.

Gute Apps können immer wieder gespielt werden. Wenn aber gesuchte Gegenstände in Wimmelbildspielen immer an der gleichen Stelle zu finden sind, dann ist der Wiederspielwert gleich null. Für kleinere Kinder mag dies wichtig sein, ältere Kinder legen das Spiel alsbald zur Seite.

Solo oder mit anderen spielen?

Mit Freunden spielt es sich bekanntlich schöner. Manche Apps (zum Beispiel  Brettspiel-Apps) bieten einen Mehrspielermodus, in dem Kinder miteinander spielen können. Das funktioniert dann im Idealfall offline und online.

Ermöglicht die App, mit Fremden zu spielen und in Kontakt zu treten, ist hingegen Vorsicht angebracht.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 08.04.2018]


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Schwerpunkt "Gute Apps für Kinder"

Dieser Artikel ist Teil des Internet-ABC-Schwerpunkts "Gute Apps für Kinder".

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