Was ist Fortnite?

Wenn Kinder und Jugendliche von "Fortnite" sprechen, meinen sie meist das Spiel "Fortnite Battle Royale". Es gibt Versionen für PC und Konsolen, aber auch für Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets.

Die Spielidee ist schnell erzählt: Es geht ums eigene Überleben – und nur der letzte Überlebende gewinnt. Der Spieler landet mit einem Fallschirm auf einer Insel. Ausgestattet mit einer Axt sucht er nach Rohstoffen wie Holz oder Steinen. Dabei gilt es, sich nicht von den anderen Mitspielern erwischen zu lassen, da jeder gegen jeden spielt. Bis zu 100 Spieler treten hier gegeneinander an, um sich gegenseitig aus dem Spiel zu kegeln: also auszuschalten, zu erschießen.


Ab welchem Alter ist Fortnite geeignet?

Offiziell hat das Spiel die Altersfreigabe "ab 12 Jahre" (USK 12). Aber: Diese Angabe ist keine Altersempfehlung! Sie zeigt nur auf, dass ab 12 Jahren die Nutzung aus Jugendschutz-Sicht unbedenklich ist. Im Falle von Fortnite heißt das: Das Spiel dürfte Kinder ab 12 Jahren nicht verstören. Und tatsächlich fließt im Spiel – trotz der Ballerei – kein Blut und das Ganze kommt eher wie ein Comic daher.

Es ist jedoch kein Geheimnis, dass sich viele nicht an die Altersfreigabe der USK halten: Schon Grundschüler spielen Fortnite, sofern sie ein Smartphone oder eine Spielkonsole haben.

Abgesehen vom Aspekt "Jugendschutz und Gewalt" sollten Eltern allerdings bedenken, dass das Spiel Jüngere auch von der Aufgabenstellung deutlich überfordern kann. Wer es immer wieder versucht, zu gewinnen (also als Letzter "durchs Ziel zu gehen"), und immer wieder scheitert, ist frustriert – vor allem dann, wenn Freunde viel länger spielen dürfen und dadurch mehr Erfolge vorweisen können. Manche Kinder reagieren dann auch aggressiv.

Aus diesen Gründen empfehlen einige Medienpädagogen ein Mindestalter von 14 Jahren.

... also verbieten?

Oben genannte Gründe sprechen dagegen, Kinder unter 12 Jahren Fortnite spielen zu lassen. Manche Eltern sind zudem grundsätzlich mit dem Spielprinzip (andere erschießen, um selbst zu überleben) nicht einverstanden oder finden Fortnite zu grausam oder zu kriegerisch.

Und ja, Eltern dürfen auch etwas verbieten, wenn sie meinen, dass es der Entwicklung des Kindes schaden kann. Aber dies sollte gegenüber der Tochter oder des Sohnes in einem ruhigen Gespräch erklärt werden. Vielleicht hilft es auch, sich frühzeitig mit den Eltern der Freunde zusammenzusetzen und ein gemeinsames Vorgehen abzusprechen.

Kindersicherung nutzen

Ein wenig mehr Sicherheit bieten die recht einfach vorzunehmenden Einstellungen zur Kindersicherung. Wie dies funktioniert, erklärt das Internet-ABC hier:


Wie lange sollten Kinder am Bildschirm spielen dürfen?

Wenn Kinder von einem Spiel begeistert sind, finden sie oft kein Ende. Bei Fortnite ist diese Gefahr deutlich zu erkennen: Eine Runde dauert, wenn man weit kommt, ca. 40 Minuten. Und klar ist: Hat der Spieler es fast bis zum Ende geschafft, will er das gleich noch einmal probieren.

Gegen eine übertriebene Nutzung sollte ein festes Zeitlimit gesetzt werden, wie das bei allen Computerspielen notwendig ist. Kinder können sich oft nicht alleine regulieren. Sie brauchen Eltern, die die vorgegebenen Spielzeiten auch kontrollieren.

Sie möchten wissen, wie viel Zeit der Nachwuchs insgesamt vor dem Bildschirm (TV, Konsole, Computer und Smartphone) verbringen dürfen sollte?


Warum spielen Kinder Fortnite? Was fasziniert sie?

Das Spiel ist einfach spannend und sorgt für reichlich Adrenalin: Kann ich mich vor anderen gut verstecken? Entwickle ich clevere Strategien, um anderen zu entwischen? Bin ich gut genug, um bis zum Schluss durchzustehen?

Ein weiterer Anreiz besteht darin, dass mit Freunden gemeinsam gespielt werden kann. Gegen echte Mitspieler anzutreten ist zudem reizvoller, als sich an Computergegnern abzuarbeiten. Das futuristische Design und die recht simple Aufgabenstellung erlauben immer wieder neue Durchläufe, in denen verschiedene Taktiken ausprobiert werden. Keine Runde gleicht der vorigen.


Warum ist das Spiel kostenlos?

Um eine möglichst hohe Nutzerzahl in einem Spiel zu erreichen, muss die Hürde extrem niedrig sein. Hilfreich dafür ist das das Prinzip "Free-to-play": Es muss nichts bezahlt werden.

Kostenlose Spiele mit einem gewissen Coolness-Faktor finden über Mund-zu-Mund-Propaganda schnell eine riesige Anhängerschaft. Eigentlich gibt es in Wellen immer wieder ein Spiel, das besonders angesagt ist. Früher war das "Clash of Clans", dann "Pokémon Go".

Fortnite reiht sich da nun mühelos ein. Nur ist kostenlos nicht immer kostenlos. Zwar muss niemand etwas kaufen, um überhaupt oder schneller im Spiel voranzukommen. Aber viele Kinder und Jugendliche möchten ihre Helden mit angesagten "Skins" (Kleidung und mehr) ausstatten – und die kosten Geld, das, wie gesagt, die Spieler offensichtlich auch gern dafür ausgegeben.


Fortnite verstehen – das Kind verstehen!

Wenn Eltern sich dazu entschieden haben, dass das eigene Kind Fortnite spielen darf, sollten Sie sich zunächst mit ihm zusammensetzen: Erklären Sie Ihrem Kind Ihre Befürchtungen. Einigen Sie sich darauf, das Spiel erst einmal zur Probe zu spielen. Beobachten Sie in dieser Zeit:

  • Gibt es beständig Streit um die Länge des Spielens?
  • Hat mein Kind in bestimmten Situationen Angst, also nicht nur eine dem Spiel angemessene Anspannung?
  • Neigt mein Kind dazu, nicht aufhören zu können?

Keine Sorge: Niemand muss Fortnite persönlich spielen, um das Spiel in seinen Abläufen zu begreifen. Es kann aber nicht schaden, sich sowohl das Spielziel als auch die Mechanik von der Tochter oder dem Sohn erklären zu lassen. Dabei können auch viele Rückfragen gestellt werden. Am Ende sollten in der Familie Regeln aufgestellt werden: Jeder sollte wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Hier geht es weniger darum, Verständnis für das Spiel, sondern eher für das Kind oder den Jugendlichen zu entwickeln.


Ein paar Merksätze zu Fortnite

  • Fortnite hat eine USK 12 – das ist schon mal eine gute Richtlinie für ein Mindestalter.
  • Ohne Regeln geht es nicht.
  • Vereinbaren Sie feste Spielzeiten und sorgen Sie für ihre Einhaltung!
  • Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung von Fortnite, auch wenn Ihnen Spiele solcher Art nicht gefallen.
  • Fortnite ist ein Actionspiel. Wenn Sie es verbieten, sollten sie eine für das Kind nachvollziehbare Begründung liefern.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.10.2020]
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