Welche Gefahren gibt es, wenn Kinder Apps nutzen?

Verkehrsschild: Achtung! Spielende Kinder; Bild: Find-das-Bild.de / Michael Schnell
Verkehrsschild: Achtung! Spielende Kinder; Bild: Find-das-Bild.de / Michael Schnell

Werbung, versteckte Kosten, Druck - Apps sind eine tolle Sache, aber leider gibt es auch viele Fallstricke für Kinder. Eltern sollten die Gefahren kennen und überlegen, wie sie damit umgehen.

Was ist mit Werbung?

Viele Spiele-Apps gibt es kostenlos, dafür hagelt es dann Werbung. Manchmal geschieht das ganz dezent, doch oft genug ist das penetrant und störend.

Bedenklich ist es immer dann, wenn Kinder sich dann Werbung von anderen Apps ansehen (müssen), die nicht für ihr Alter geeignet sind. Wenn Eltern die Auswahl haben zwischen eines kostenlosen App mit Werbung und einer kostenpflichtigen ohne Werbung, sollten sie lieber die zweite Variante wählen.

"In-App-Käufe" - Einkaufen innerhalb einer App

In-App-Käufe müssen nicht per se schlecht sein. Mit ihnen können Zusatzlevel, weitere Kapitel oder auch neue Lerneinheiten erworben werden. Problematisch wird es, wenn die Kinder im Spiel Zusatzelemente (Items) kaufen müssen, um weiter voranzukommen. Das wird "harte Monetarisierung" genannt. Bei einer "weichen Monetarisierung" muss nichts gekauft werden, sondern es reicht aus, in bereits bestandene Level zurückzukehren und sich die Items zu "verdienen".

Was ist “Free to play”?

"Free to play“ heißt "kostenlos spielen". Die Spieler bekommen in der Regel Items (zum Beispiel Diamanten) geschenkt, um sich mit dem internen Bezahlsystems des Spiels vertraut zu machen: Mit diesen Diamanten "kaufen" sie im Spiel zum Beispiel wichtige Werkzeuge. Sind die Diamanten jedoch aufgebraucht, müssen sie mit einem In-App-Kauf und echtem Geld erworben werden.

Dass dahinter ein System steht, das Kindern das Geld aus der Tasche ziehen soll, ist dabei für Kinder und oft sogar für die Eltern nur schwer zu durchschauen. Wollen die Kinder trotzdem unbedingt weiterspielen wollen, sollten sie man ein festes Limit setzen.

Wenn die Spiele (zu viel) Druck machen ...

Kinder müssen zur Ruhe kommen. Viele Apps melden sich aber mit Nachrichten und Klingeltönen, um die Kinder wieder zurück ins Spielgeschehen zu holen. Dabei klingeln diese Apps zu jeder Tag- und Nachtzeit und unterbrechen damit Schulaufgaben, Lesen, Fernsehen, das gemeinsame Abendessen oder den Schlaf.

Bei den beliebten "Angry Birds"-Spielen beispielsweise erscheinen immer wieder Aufforderungen wie "Die Vögel haben wieder volle Energie. Jetzt spielen!" Kinder fühlen sich dadurch angespornt und oft auch unter Druck gesetzt weiterzuspielen.

Diese Benachrichtigungen lassen sich sofort nach dem Download der App oder auch später deaktivieren. Bei Android beispielsweise geht man über Einstellungen / Apps zu dem entsprechenden Spiel und deaktiviert dort "Benachrichtigungen zeigen".

Kontakt mit Fremden

Einige Apps erlauben ihren Spielern eine direkte Kommunikation. Jüngere Nutzer sollten keine Spiele mit Chatfunktionen spielen dürfen. Ältere sollten auf jeden Fall zuvor über die Gefahren des  Kontakts mit Fremden hinreichend gewarnt werden.


Die folgenden zwei Artikel gehen auf die spezeiellen Kriterien von Spiel- und Lern-Apps für Kinder ein.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 06.04.2018]


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Schwerpunkt "Gute Apps für Kinder"

Dieser Artikel ist Teil des Internet-ABC-Schwerpunkts "Gute Apps für Kinder".

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