Woran erkenne ich ein geeignetes und gutes Spiel?

Rennspiel; Bild: Internet-ABC
Woran erkenne ich ein geeignetes und gutes Spiel?

Einer der ersten Schritte vor dem Kauf ist sicher der Blick auf den Wunschzettel. Haben Kinder und Jugendliche schon eine Konsole oder einen Computer, benennen sie dafür genaue Spieltitel. Nun ist es an Ihnen, sich zu informieren. 

Folgende Punkte bieten eine kleine Checkliste für Eltern vor dem Spielekauf:

  • Die Altersfreigabe der USK und die europäische PEGI-Kennzeichnung
  • Die Verpackung
  • Rezensionen in Spieleratgebern
  • Die Vorlieben Ihres Kindes - welche Art von Spielen (Genre) mag mein Kind?

Nachfolgend werden wir diese Punkte näher beschreiben:

Die Altersfreigabe der USK und die europäische PEGI-Kennzeichnung

Welche Spiele stehen auf dem Wunschzettel? Eine erste Orientierung verschaffen die Altersklassifizierungen der USK und PEGI, welche mit unterschiedlich farbigen Stempeln den Gewaltinhalt eines Spiels anzeigen. 

Die USK ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, die verantwortliche Stelle für die Alterskennzeichnung von Computer- und Videospielen in Deutschland. Aber aufgepasst: Die Altersfreigaben sind keine pädagogischen Altersempfehlungen hinsichtlich der Spielbarkeit, wie sie beispielsweise bei Brettspielen zu finden sind. Eine Altersfreigabe ab 6 Jahren besagt, dass die Gewaltinhalte in diesem Spiel einem Kind ab 6 Jahren zuzumuten sind. Es ist keine Altersangabe in dem Sinne, dass dieses Spiel auch von einem Sechsjährigen gespielt werden kann oder zu empfehlen ist. 

Auch die PEGI-Kennzeichnungen informieren lediglich über den altersgerechten Inhalt, nicht über die Schwierigkeitsstufe eines Spiels! Die Altersfreigaben sind dennoch ein unbedingtes Mindestkriterium bei der Wahl geeigneter Spiele. Teilen Sie Ihren Kindern mit, dass Sie grundsätzlich nur bereit sind, altersgemäße Spiele zu verschenken.

Weitere Informationen:

Die Verpackung: Aufschlussreiche Infos auf einen Blick

Die Verpackung lässt erste Rückschlüsse zu, ob es sich um ein "gutes" Spiel für Ihre Kinder handelt. Auf der Vorderseite erhalten Sie über die erwähnten USK- und PEGI-Alterseinstufungen Auskunft über den Gewaltinhalt. Figuren und Abbildungen auf der Verpackung geben Aufschluss über die Ästhetik des Spiels, z.B. einen etwaigen martialischen Inhalt. 

Auf der Rückseite steht eine Inhaltsangabe, ob das Spiel ein Ein-Personen- oder Mehr-Personenspiel ist (ist es netzwerkfähig? Bietet es Spielmöglichkeiten mit mehreren Controllern?) sowie die technischen Mindestanforderungen. Wer diese beachtet, vermeidet Frust bei der Installation am Computer.

Rezensionen in Spieleratgebern

Ob ein Spiel gefällt und Spielvergnügen bereitet, ist schwer vorauszusehen ohne es selbst gespielt zu haben. Zum Glück gibt es etliche Bewertungen an denen Sie sich orientieren können.

Spielbesprechungen in Online-Magazinen helfen dabei einzuschätzen, welche Spiele in Spieleraugen "gut" sind. Verkaufscharts hingegen belegen weniger die Güte als vielmehr nur einen erfolgreichen Verkauf, welcher mit einem ebenso erfolgreichen Marketing zusammenhängen kann.

Einen Blick lohnen vor allem die bekannten Preise und Auszeichnungen für besonders gelungene Spiele. Ratgeber und Plattformen geben einen hilfreichen Überblick über einzelne Spiele. Dabei nehmen einige Beurteilungsplattformen und Preisjurys auch das Urteil der jungen Spieler mit auf.

Auch das Internet-ABC testet jeden Monat Spiele für Computer, Konsole und Mobilgeräte, vergibt eine eigene Altersempfehlung und kürt ein Spiel des Monats!

  • Spieletipps des Internet-ABC
    Das Internet-ABC testet jeden Monat einige Spiele für PC und Konsole, vergibt eine eigene Altersempfehlung und kürt eines zum Spiel des Monats.
  • Spielbar.de
    Spielbar.de, die interaktive Datenbank der Bundeszentrale für politische Bildung beinhaltet Hunderte Spielbeurteilungen von Pädagogen und Spielern, ein Lexikon sowie Praxiswissen zum Nachlesen.
  • Bundesstelle für die Positivprädikatisierung
    Die österreichische "Bundesstelle für die Positivprädikatisierung" (BuPP) von Computer- und Konsolenspielen erstellt eine Positiv-Liste mit guten Spielen.
Die Vorlieben des Kindes - welche Art von Spielen (Genre) mag mein Kind?

Mag Ihr Kind actiongeladene Abenteuer oder beschäftigt es sich lieber mit der Aufzucht und Pflege virtueller Tiere? Sprechen Sie gemeinsam darüber und schauen Sie sich in den verschiedenen Spielgenres um. Dabei werden Sie rasch feststellen: Eine feste Klassifizierung für jedes Spiel gibt es nicht. Genres sind immer in Bewegung, werden auch aus marktstrategischen Gründen neu gemischt und neu erfunden. 

Es gibt zudem unterschiedliche Genre-Systematiken aufgrund unterschiedlicher Blickwinkel. Dies beginnt bei der Unterteilung in vier Genres, wie es bei einigen Fachmagazinen der Fall ist, bis hin zur komplexen Unterteilung in etliche Haupt- und Untergenres, wie sie z.B. Wikipedia aufführt.

Zur Orientierung hier ein kleiner Ausflug in die Welt der Spielgenres: 

  • Action&Adventure
    Im Genre Action & Adventure werden Kämpfe gefochten und Rätsel gelöst. Neben den von Jugendschützern kritisierten Shooter-Spielen aus der Ego-Perspektive treten Helden auf ihrer Mission gegen Monster, Dinosaurier oder Halunken an. In den Action-Spielen sind vor allem schnelle Reaktionen gefragt, während bei den reinen Adventure-Spielen der Held das Spielziel durch Nachdenken und Ausprobieren erreichen muss.

  • Jump'n'Run
    Die bunten Jump'n'Run-Spiele eignen sich meist auch für die Jüngeren und laufen bevorzugt auf Konsolen. Knuddelige Helden hüpfen und laufen durch dreidimensionale Level und retten die Guten oder gar die ganze Welt, ohne nur einen Schuss abzugeben. Ein Beispiel ist der Klassiker Super Mario von Nintendo, der sich großer Beliebtheit erfreut.

  • Sportsimulation
    Sportsimulationen versuchen möglichst realistisch und detailliert eine Sportart abzubilden. Dabei kommt es oft auf schnelle Reaktion an. Sportspiele bieten meist Mehrspielermöglichkeiten an einem Gerät. Dabei gibt es Spiele mit offiziellen Lizenzen der Sportverbände, welche erlauben, Originalnamen der Sportler und der Mannschaften zu übernehmen, und Spiele ohne diese Lizenz. Die fehlende Lizenz verhindert in den meisten Fällen nicht den Spielspaß, wohl aber hohe Preise.

  • Strategiesimulation
    Strategiesimulationen entsprechen am ehesten dem rundenbasierten Brettspielklassiker Schach. Rundenbasierte Strategiespiele sind weniger stressig als Echtzeitstrategiespiele, bei denen alle Spieler gleichzeitig am Zuge sind. Wie beim Schachspiel geht es hier vordringlich um die Kontrolle der Spielwelt und die Vernichtung der Gegner.

  • Rollenspiel
    In Rollenspielen erstellen sich Spieler zunächst einen Spielcharakter, dessen Fähigkeiten im Spiel ausgebaut werden. Dazu dienen Schatzsuchen, Erledigung von Aufträgen und das Bekämpfen feindlicher Gruppierungen oder Monstern. Die Kritik der Jugendschützer richtet sich hier vor allem an Online-Rollenspiele, deren Handlung auch dann fortläuft, wenn der einzelne Spieler nicht online ist: Die Gefahr der Online-Spielsucht sei bei diesen Spielen stärker ausgeprägt.

  • Lernspiele und Serious Games
    Lernspiele und Serious Games haben den Anspruch, Wissen zu vermitteln und zu bilden. Sie werden gern von Eltern für den heimischen Familien-Computer gekauft. Kinder nutzen diese Spiele oft als Ersteinstieg in die Welt der Computerspiele. Auch an Konsole und Handy kann spielerisch gelernt werden, entsprechende Apps verkaufen sich gut.

  • Denk- und Quizspiel
    Denk- und Quizspiele haben lange Tradition und erfreuen sich auch am Computer oder auf tragbaren Konsolen und Mobilgeräten großer Beliebtheit, zum Gehirnjogging etwa. Die Spiele eignen sich aufgrund des leichten Einstiegs und einfacher Spielsteuerung auch für Gelegenheitsgamer und als Pausenfüller.

  • Casual Games
    Gute Pausenfüller sind auch die sogenannten Casual Games. Eine schnelle Runde nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Sie verlangen weder eine Einarbeitung in die komplizierte Steuerung noch eine umfangreiche Lektüre der Bedienungsanleitung.

    Hierzu zählen auch Konsolenspiele, die Sie mittels Spracheingabe und Kameraabtastung mit Ihrer Stimme steuern oder gar mit dem Wedeln der Hand bis zum vollen Körpereinsatz. Um solche Spiele schart sich an einem regnerischen Sonntag die ganze Familie und spielt mit- oder gegeneinander. Durch Verquickung mit der Musikindustrie kommt es zu Karaoke- und Tanzwettbewerben oder Luftgitarren-Konzerten mit E-Gitarren-Attrappe, die schon mal den Familienvater in einen Heavy-Metal-Rocker verwandelt.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 29.05.2017]


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