Kinder und das Spielen am Bildschirm

Alter, geeignete Spiele, tägliche Spielzeit

Kind am Tablet; Bild: Find-das-Bild.de/Michael Schnell

"Es gibt so viele Online-Spiele und Apps, ich habe nicht die Zeit, mich damit zu beschäftigen."

"Ich weiß gar nicht, was in den Spielen passiert. Ich kenne mich zu wenig aus!"

"Wenn mein Kind schon spielt, dann soll es wenigstens gute Spiele spielen!"

"Was findet mein Sohn so toll an diesem Spiel? Er könnte es stundenlang spielen!"

Spielen am Bildschirm macht Kindern Spaß. Eltern können dazu beitragen, dass der Spielspaß sicher und altersgerecht ist. Doch das Angebot an Spiele-Apps und Online-Spielen ist groß und unübersichtlich. Den Überblick zu behalten und das Richtige auszuwählen ist nicht leicht. Und auch wenn das Kind genau weiß, was es will, fühlt man sich als Eltern schon mal ratlos: Ist das Spiel gut, kann ich es bedenkenlos erlauben?

Das Internet-ABC fasst die wichtigsten Antworten zusammen, die dabei helfen, geeignete Spiele für Ihr Kind zu finden.


Die wichtigsten Fragen zum Thema "Kinder und das Spielen am Bildschirm"

Ab wann sollte mein Kind an Computer, Tablet, Konsole, Handy spielen dürfen?

Die Jüngsten

Es gibt Spiele-Apps für Zweijährige. Und tatsächlich können die Kleinsten diese Apps bereits steuern. Aber die Bedienung kann nicht mit Kompetenz gleichgesetzt werden. Ein Kleinkind kann beispielsweise kaum verstehen, was Werbung in Apps bedeutet. Zudem stehen vor den Digitalwelten eigentlich andere, wichtigere Lernaspekte bei jungen Kindern im Vordergrund: Den eigenen Körper kennenlernen, greifen, singen, basteln und klettern. 

Kinder im Vorschulalter (4 bis 5 Jahre)

Kinder im Vorschulalter können durchaus schon am Bildschirm spielen – aber nur geeignete, altersgerechte Spiele. Die Zeiten vor dem Bildschirm sollten aber nur kurz sein (30 Minuten am Tag sollten reichen) und  das gemeinsame Spielen mit Ihnen sollte im Vordergrund stehen.

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

Was möchte das Kind eigentlich spielen? Grundvoraussetzung für jedes digitale Spielen ist die Einhaltung der Alterskennzeichnungen bzw. Altersempfehlungen.

Zu bedenken ist auch, wo die Kinder spielen: Gemeinsam am Familien-Computer oder allein am Smartphone? Mit mobilen Geräten können Kinder sich leicht der Kontrolle entziehen. Eltern sollten eigene Geräte mit Internetzugang (Smartphone und Tablet) frühestens nach der Grundschulzeit erlauben. Und grundsätzlich nur dann, wenn Regeln zum zeitlichen Umfang und zu sicherem Verhalten vereinbart und verinnerlicht wurden. (Beachten Sie hierzu den "Mediennutzungsvertrag" in der rechten Spalte!)

Woran erkenne ich altersgemäße und sichere Spiele für mein Kind?

Neben den Vorlieben ihres Kindes (siehe die vierte Frage), sollten Sie bei der Auswahl der Spiele auf folgende Aspekte achten:

Jugendschutz: Alterseinstufungen

Es gibt verschiedene Altersfreigaben, die auf Verpackungen oder auf der Seite zum Download des Spiels oder der Spiele-App stehen:

  • die Kennzeichnung der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)
  • die europäische PEGI-Kennzeichnung
  • die Alterseinstufungen in den Stores (Apps und andere Software) 

Sie bewerten, ob ein Spiel altersgerechten Inhalt enthält. Allerdings geben sie keine Auskunft über die Spielbarkeit eines Spiels: Ein Fußballspiel für den Computer ist oft "ab 0 Jahre", kann aber kaum von Dreijährigen gemeistert werden. Solche Bewertungen finden Sie allerdings bei Spieltipps und Spieleratgebern - siehe die nächste Frage!

Der Sicherheitsaspekt: Datenschutz, Werbung und In-App-Käufe

  • Datenschutz
    Nicht jede Spiele-App geht sorgsam mit den Nutzerdaten um: Zum Teil bereits bei der Installation werden Daten übertragen, die für das Spiel gar nicht notwendig sind – zum Beispiel der Standort oder die Geräte-Nummer. Gute Kinderspiele tun dies übrigens nicht!
  • Werbung
    Einblendungen von Werbung stören das Spielvergnügen. Gerade jüngere Kinder tippen gerne darauf – und geraten schlimmstenfalls in eine Kosten-Falle.
  • In-App-Käufe
    Der Kauf von Extras (Items, Levels etc.) innerhalb eines Spiels kann teuer werden (siehe das Thema "Abzocke" in der Spalte rechts). Achten Sie darauf, dass ein Spiel nicht solche Fallstricke enthält.
Die Qualität: Was macht ein gutes Spiel für Kinder aus?

An den folgenden Kriterien können Sie sich orientieren, um ein Spiel in seiner Qualität zu beurteilen. Nicht jedes Spiel wird alle Punkte erfüllen und manches ist Geschmackssache. Entscheiden Sie daher danach, was Ihnen für ein Spiel wichtig erscheint.

Ein gutes Spiel bietet

  • ... eine benutzerfreundliche Bedienung. Es ist intuitiv bedienbar oder gibt eine gut verständliche Einführung. Es ist einfach und selbsterklärend, mit klarer Navigation.
  • ... eine Hilfefunktion, die gezielt an der betreffenden Stelle unterstützt - und nicht nur einen allgemeinen Text liefert.
  • ... hochwertige Audio-Qualität und stimmigen Einsatz von Klang, Sprache und Musik, z.B. gute Sprecher, wahlweise ein- und ausschaltbare Musik sowie Atmosphäre durch Sounds.
  • .... verschiedene Schwierigkeitsstufen, sodass Ihr Kind seinem Tempo (und Alter) entsprechend weiterkommt. Ist eine leichte Runde geschafft, kann anschließend die nächst-schwerere Stufe gemeistert werden. 
  • ... einen hohen Wiederspielwert: Die einzelnen Spielbereiche oder Level sind abwechslungsreich.
  • ... die Möglichkeit zu mehreren bzw. miteinander zu spielen ("Mehrspielermodus"). Aber Achtung: Ermöglicht es das Spiel über das Internet mit Fremden zu spielen und in Kontakt zu treten, ist Vorsicht angebracht.
Wie finde ich geeignete Spiele für mein Kind?

Es gibt im Internet ein paar gute Ratgeber zu Spielen für Computer, Tablets, Konsolen und Smartphones. Hier werden meist neben der Alterskennzeichnung (USK und PEGI) noch Empfehlungen zu Spielbarkeit und Qualität für bestimmte Altersgruppen geliefert. Auch Preise und Auszeichnungen geben einen guten Überblick zu gelungenen Spielen.

  • Spieletipps des Internet-ABC
    Das Internet-ABC testet Spiele für Computer, Konsole und Mobilgeräte, vergibt eine eigene Altersempfehlung und kürt ein Spiel des Monats. 
  • Spielbar.de
    Die interaktive Datenbank der Bundeszentrale für politische Bildung beinhaltet Hunderte Spielbeurteilungen von Pädagogen und Spielern, ein Lexikon sowie Praxiswissen zum Nachlesen.
  • BuPP.at
    Die österreichische "Bundesstelle für die Positivprädikatisierung" (BuPP) von Computer- und Konsolenspielen erstellt eine Positiv-Liste mit guten Spielen.
  • Spieleratgeber NRW  
    Dieser Ratgeber ist ein Angebot der Fachstelle für Jugendmedienkultur und bietet jeweils eine Spielbeschreibung und eine pädagogische Beurteilung.
  • DJI - Datenbank "Apps für Kinder"  
    Eine Datenbank des Deutschen Jugendinstituts.
  • Klicktipps.net
    Empfehlenswerte Kinder-Apps werden hier aufgelistet.

Prämierte und ausgezeichnete Spiele


Gemeinsam spielen – gemeinsam lernen!

Grafik einer Familie und Schriftzug "Gemeinsam"

Gemeinsam spielen

Nehmen Sie sich die Zeit und spielen Sie einfach mal mit! Zusammen spielen macht Spaß und gibt Aufschluss darüber, was Ihrem Kind gefällt und Freude macht. Und wer mitmacht, der bekommt auch mit, worum es in einem Spiel geht – und merkt, ob das Spiel altersgerecht ist. Achten Sie auf Ihr Kind: Wirkt es angespannt, fasziniert, überfordert oder gelangweilt? Sie erfahren an seinen Reaktionen beim Spielen, was es an einem Spiel besonders schätzt und fasziniert – oder aber ablehnt.

Lernmodul "Online-Spiele - sicher spielen im Internet"

Tauchen Sie im Lernmodul "Online-Spiele – sicher spielen im Internet“ gemeinsam mit Ihrem Kind in die Welt der Spiele ein. Auch problematische Aspekte, wie In-App-Käufe oder Spielestress, kommen zur Sprache – hilfreich, um Kinder aufzuklären und zur Vorsicht aufzufordern und Gefahren zu umschiffen. Eichhörnchen Flizzy assistiert.


Spielen am Bildschirm - Zahlen und Fakten

Nachfolgende Zahlen stammen aus der KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien 2016) des  Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs). Darin wird der Umgang mit Medien von 6- bis 13-Jährigen untersucht. 

  • Einen eigenen Computer besitzen ca. 20 Prozent der Kinder, eine Spielkonsole (tragbare und stationäre) 44 Prozent und ein eigenes Smartphone knapp jedes dritte Kind (32 Prozent). Das Tablet ist (mit 5 Prozent) eher selten in eigener Hand der Kinder.
  • Spiele am Computer, an Konsolen und im Internet: Fast die Hälfte der Jüngsten machen dies mindestens einmal pro Woche (14 Prozent gar täglich), 57 Prozent sind dies bei den 8- bis 9-Jährigen, 63 Prozent bei den 10- bis 11-Jährigen und 73 Prozent bei den ältesten.
  • Nach eigenen Angaben spielt ca. jedes vierte Kind zwischen 6 und 11 Jahren "bis zu 30 Minuten", ca. 45 Prozent "30-60 Minuten" und ca. 30 Prozent "mehr als 60 Minuten" täglich. Bei den 12- bis 13-Jährigen spielen fast die Hälfte mehr als eine Stunde.

Checkliste: Spiele-Apps und Online-Spiele

Achten Sie darauf, ...

  • welche Apps Ihr Kind nutzt. Kinder sollten Spiele nur gemeinsam mit Ihnen herunterladen. Bei Online-Spielen gilt: Seien Sie dabei, wenn das Kind sich registriert und danach das erste Mal anmeldet;
  • dass Ihr Kind kein Spiel auf das Gerät lädt und spielt, das nicht für sein Alter vorgesehen ist;
  • dass Ihr Kind keinen ungesicherten Zugang zu den Stores von Google oder Apple besitzt;
  • dass gerade jüngere Kinder nur solche Apps und Online-Spiele nutzen, die ohne Internetverbindung und ohne begleitende Chats laufen;
  • dass möglichst keine oder zumindest keine aggressive Werbung und In-App-Käufe enthalten sind;
  • dass das Spiel Ihr Kind nicht überfordert und/oder ihm Angst macht;
  • dass das Spiel nicht zum ständigen Weiterspielen animiert - bei Apps zum Beispiel über so genannte Push-Benachrichtigungen. Das sind Meldungen, die auf dem Smartphone erscheinen, ohne dass die App geöffnet ist. Diese Benachrichtigungen lassen sich unter den Einstellungen abschalten: Einstellungen -  Apps - Name der App - Benachrichtigungen.


Hilfreiche Angebote im Internet

Alterskennzeichnungen / Altersfreigaben (Mindestkriterium Jugendschutz)

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1 Kommentar

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 25.10.2019]


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Franz 24.05.2019 10:13
war voll cool !
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