Spiel des Monats 07.2010

Aus einer gewissermaßen spielhistorischen Sicht ist Prinzessin Peach wohl ein echt tragischer Fall und eine Dame, die dringend psychologischen Beistand benötigt. Denn vermutlich wurde niemand in Konsolenspielen so oft entführt wie dieses liebliche, blonde Wesen. Meistens von Bowser, dem miesen-fiesen Gegenspieler SuperMarios. Hm, wenn immer wieder das Gleiche passiert, müsste dann nicht jedes Spiel mit dem Meisterklempner stinklangweilig sein? Vor allem, wenn es plötzlich auch noch einen zweiten Teil von "Super Mario Galaxy" gibt? Fällt den Machern überhaupt noch etwas Neues ein? Aber ja. Und wie!

Vom ersten Moment an ist der Spieler von der Galaxie fasziniert: Die fantasievolle Planeten-Welt ist einfach schön anzusehen und wirkt - trotz zahlreicher Gegner - unheimlich friedlich. Mario-Fans dürfen hier ihren Helden durch unzählige Level führen. Mit einem Raumschiff, das wie Marios Kopf aussieht, geht es tief ins Weltall. Je mehr Sterne gerettet werden, desto weiter kann Mario reisen.

Auf der Suche nach Peach befreit er folglich Sterne, sammelt Münzen und vor allem Edelsteine ein. Dafür schüttelt der Spieler die Wii-Mote über den Klunkern. Um sie aus den groben Gesteinsbrocken frei zu legen, wirbelt Mario einmal kräftig um sich selbst herum. Er kann den laufen, springen, rollt auch mal als Kugel herum, bohrt sich wild durch Planeten und wandelt über Wolken. Aber schnell, bevor sie sich wieder auflösen. Abwechslung wird hier wirklich groß geschrieben.

Richtig große Freude kommt gleich zu Beginn mit Yoshi auf. Das kleine Drachenwesen steigt aus seinem Ei und kann durch eifrige Strampeleinlagen größere Abstände fast schon fliegend überwinden. Vor allem seine lange, rote Zunge weist ungeahnte Möglichkeiten auf. Mit einer Zielfunktion holt Yoshi damit Früchte von entfernten Stellen und mampft sie. Aber damit lassen sich auch Schubladen aufziehen und aber auch zu weit zu entfernten Positionen weiter schwingen.

Durch Schütteln der Fernbedienung wird Mario von einem rotierenden Stern durch das Universum geschleudert. Auf allen Wegen und Pfaden gibt es immer wieder kleine Überraschungen: So wird nicht an zusätzlichen Leben gespart, es gibt Fragezeichenblöcke, Würfel, aber auch jede Menge Schalter und Ebenen, die sich plötzlich umdrehen. Manchmal sind auch mehrere Anläufe nötig, um ein neues Hindernis zu überwinden. Der Roboter, der ständig Erdtorpedos aussendet, ist nur durch gleichzeitiges Zielen und Ausweichen zu schlagen.

Ein Spiel-Leben ist schnell verwirkt: Bei aller Schwerelosigkeit kann Mario an den falschen Stellen dann auch vom Planeten stürzen. Außerdem gibt es jede Menge Feinde. Wenn Mario dreimal berührt wurde, ist es vorbei. Es kann aber die Anzahl durch Kauf auf sechs erhöhen. Neben den üblichen schlecht gelaunten Pilzen, machen spitze Pflanzen und Stachis und gefährliche Zahnräder einem den Aufenthalt auf den jeweiligen Planeten schwer. Nicht immer hilft es, einfach auf den Gegner zu hopsen. Mario kann auch durch einen Turbodreh die Gegner besiegen. Noch besser ist es allerdings auf Yoshi zuzugreifen: Denn der kann Fieslinge von der Wolke stupsen, Stachis ansaugen und entweder auf andere Mieslinge werfen oder damit Glaskästen mit weiteren Juwelen einwerfen. An Feinden gibt es unter anderem noch blütenartige Rotoren und die heimtückischen Schattenmarios.

Neben den einfallsreichen Level, sorgt vor allem die gelungene Musik für gute Laune und geht einem auch bei längerem Spielen nicht auf die Nerven. Alles in allem macht "Super Mario Galaxy 2" einfach einen Riesenspaß. Zu zweit kann zwar auch Vergnügen aufkommen, aber alleine zu spielen und sich dann abzuwechseln ist auf Dauer sinnvoller. Auf jeden Fall ein Spiel, dass der ganzen Familie Spaß macht und nicht nur Kindern zwischen sechs und 12 Jahren ein langes Spielvergnügen garantieren wird.

TitelSuper Mario Galaxy 2
Erscheinungsjahr2010
Art des SpielsJump 'n' Run (Springen und Rennen)
SpielgerätWii
Preis in Euro40,00
Verlag / BildrechteNintendo
Freigabe (USK)ab 6 Jahre
Internet-ABC-Altersempfehlung6
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
6Bewertungen
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 31.08.2020]
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