Spiel des Monats 05.2012

In "The Journey" ist nichts wie in anderen Games. Die Spieler reagieren zunächst einmal perplex: Denn es wird weder eine Geschichte erzählt, noch gibt es Anleitung, Aufgabe oder Ziel. Nur mit Hilfe der Bildsprache wird einem verdeutlicht, dass es auf einen Berg mit einer riesigen Spalte zugehen soll. Dazu wird ein Nomade auf Streichholzbeinen durch die Wüstenlandschaft gesteuert. Manchmal gleitet er sogar auf den Dünen wie ein Surfer auf dem Wasser. Wer die Orientierung verliert, schaut sich in aller Ruhe um. Nicht selten locken Ruinen in der Ferne oder vermeintlich flatternde Vögel am Horizont ...

Aus der Nähe besehen handelt es sich dann meist um im heißen Wüstenwind treibende Stofffetzen mit kryptischen Leuchtsymbolen. Sammelt der Spieler diese Tücher ein, nehmen seine Fähigkeiten zu. Er kann dann weite Hürden überwinden und höher fliegen, um dort gelegene Flächen zu erreichen. Auf seinen Touren begegnet der Spieler alten, im Sand verdeckten Überresten einer längst vergangenen Zivilisation. Immer wieder setzt er durch Berührung diverse Apparaturen in Gang, um weiter zu kommen. Die Landschaft verändert sich auch: Sie wird dunkler, heller, ist plötzlich unter Wasser oder verwandelt sich in eine eisige Schneelandschaft. Immer wieder müssen sich die Spieler genau überlegen, ob und wie sie zum Beispiel klug gegen Stürme vorgehen.

"The Journey" ist ein Gesamtkunstwerk. Die Optik des Spiels erinnert mit seinen Atem beraubenden Bildern an einen fernen, begehbaren Traum. Alles besteht aus reiner Stimmung. Das liegt aber vor allem an der erstaunlichen Musik, die einen wie ein sanfter Hauch mit leicht esoterischem Einschlag begleitet. Doch die Klänge haben neben der Atmosphäre noch eine weitere Funktion: Sie warnen den Spieler vor Veränderungen. Die Musik kippt zum Beispiel, wenn ein riesiger Metalldrache unter Wasser seine angriffslustigen Runden dreht und dem Helden Schaden zufügen möchte.

Durch diese recht emotionalen Zugänge wächst dem Spieler die Figur ans Herz. Umso schlimmer dann, wenn sie gegen Ende des Spiels erschöpft und halbtot zusammensinkt. Wer es soweit gebracht hat, leidet im wahrsten Sinne des Wortes mit. Übrigens: Bei einer Onlineanbindung begegnet der Spieler auch anderen Figuren. Eine Unterhaltung ist allerdings nur über den Austausch merkwürdiger Symbole und Klänge möglich.

Eine Weile können sich diese Figuren begleiten, bis vielleicht einer wieder alleine seiner Wege ziehen will. Bei aller Begeisterung sollten allerdings zwei Aspekte nicht verschwiegen werden: Zum einen gibt es "The Journey" nur über das Playstation Network zum Download. Und leider ist die Spieldauer von drei Stunden recht kurz.

Fazit: Großartig.

TitelThe Journey
Erscheinungsjahr2012
Art des SpielsAction & Abenteuer
SpielgerätPlayStation 3
Alterseinschätzung vom Internet-ABC7-11 Jahre
Preis in Euro13,00
Verlag / BildrechteSony
Freigabe (USK)ohne Altersbeschränkung
Internet-ABC-Altersempfehlung9
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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