Spiel des Monats 07.2013

Vor ein paar Jahren, als die Wii noch taufrisch war, gehörten die Wario-Minispiele zu den großen Herausforderungen einer neuen Controller-Welt voller Bewegung. Kein anderes Game stellte die Spieler in Sachen Reaktion und Herumfuchteln so auf die Probe: Irrsinnige Spielideen, wahnwitzige Reaktionsabfragen und jede Menge Hektik. So manchen Spieler brachte das an die Grenzen seines Maximalpulses, andere dagegen liebten die japanisch anmutende Durchgeknalltheit.

Umgänglicher ist Wüterich Wario auf der Wii U zwar nicht geworden, dafür nimmt er aber in "Game & Wario" tüchtig das Tempo raus ...

Statt total verrückter Zeitraffer-Minispiele gibt es nun fast schon beschaulich anmutende Herausforderungen. Wenn sie nur nicht so "tricky" wären: Wer kann schon mit seinen Adleraugen im Brunnen-Wimmelbild voller umher wandernder Gestalten, die sich zudem auch noch verteufelt ähnlich sehen, den Ananas-Dieb erkennen? In einem anderen Spiel soll eine handvoll viereckiger Wesen mit einem Netz auf eine Inselplattform geschleudert werden. Durch den Aufprall kann sich dabei die angezeigte Punktezahl (z. B. 100) schon mal ungünstig verändern (z. B. 10). Zudem schaden einem auch noch diebische Möwen ...

Schräg ist auf jeden Fall auch das Minispiel "Gamer". Darin zockt ein Kind in der Nacht mit unübersehbarer Begeisterung ein Konsolenspiel. Nähert sich die Mutter, soll sich der Gamer schlafend stellen. Macht er das zu lange, schläft er jedoch tatsächlich ein - und die Partie ist verloren. Sehr schön ist auch "Pfeile schießen", wenn Blechkameraden auf einen zuwandern oder per Fallschirm abspringen ...

Vor jedem Spiel gibt es eine Trickfilm-Sequenz. Hier werden Ziel und Funktion des jeweiligen Games erklärt, bevor es schließlich losgeht. Die Erklärungen bleiben dabei zwar oft theoretisch und unklar, doch während des Spielverlaufs klären sich Abläufe und Aufgaben dann von selbst. Kaum ist eine Herausforderung geschafft, schaltet sich eine neue frei. Es wird gepuzzelt, fotografiert, Bowling gespielt, Ski gefahren - oder gewaltige Kung Fu-Sprünge absolviert, um dabei etwa Schriftrollen einzusammeln ...

Zweifellos stand bei der Entwicklung des Spiels das Gamepad der Wii U im Vordergrund. Denn das doch recht große Spiel-Gerät eignet sich nun mal nicht so recht für hastige Spielmanöver wie beim Vorgänger. In der Tat kommen die Vorzüge des Pads hier zum Tragen: Die Spieler sitzen sich bei einem Rhythmus-Game wie bei einem richtigen Brettspiel gegenüber und müssen sich dann im richtigen Takt gegenseitig bekriegen. Das Pad wird hochkant, waagerecht und senkrecht gehalten oder mit dem Stift bekritzelt. Diese Variante macht so richtig Spaß, wenn es darum geht, nicht so leicht darzustellende Gegenstände unter Zeitdruck zu zeichnen - z. B. ein Staubtuch.

Natürlich dürfen wir auch bei einem "Spiel des Monats" ein wenig maulen: 16 Spiele sind nicht gerade viel! Aber auch in der Konsolenspielbranche hat leider längst die Umerziehung des Konsumenten begonnen. Denn er soll möglichst nicht mehr die Verpackungsversion im Laden kaufen, sondern besser das Spiel online herunterladen. Und dazu muss ein Spiel (noch immer) möglichst schlank sein. Auf Dauer kann diese Politik jedoch auch den größten Fan verdrießen ...

TitelGame & Wario
Erscheinungsjahr2013
Art des SpielsGeschicklichkeit
Preis in Euro40,00
Verlag / BildrechteNintendo
Freigabe (USK)ab 6 Jahre
Internet-ABC-Altersempfehlung8
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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