Spiel des Monats 09.2013

Eigentlich möchte niemand in Asposien leben. Denn die Luft ist knapp, fiese Windgötter jagen durch die Lüfte und selbst das abendliche Kneipenleben kann seine Trostlosigkeit nicht verbergen. Zudem wird das Fantasieland leider vom despotischen Oberpriester Conroy regiert, der Sündenbeicht-Automaten aufstellt und durch seine Strenge selbst die eigenen Priester tief in die Spielsucht treibt.

Als eines Tages die Taube Hack Conroys Medaillon stiehlt, jagt der naive Held Robert dem Vogel einfach hinterher.

Zugegeben, die Taube sieht zwar recht dämlich aus, ist aber furchtbar lustig. Bald schon stößt der Held auf seine Besitzerin: die Diebin Laura, und die hat es faustdick hinter den Ohren. Ihr Vater ist jedoch in Asposien spurlos verschwunden und Robert will ihr nun helfen. Je tiefer der Spieler in die Story eindringt, desto deutlicher wird ihm, dass der Oberpriester etwas mit seinem Verschwinden zu tun hat.

Eine sehr schöne Idee ist es dabei, dass Robert irgendwann pausiert und der Spieler dann in der Rolle von Laura weiterhin die Fäden der Verschwörung entwirrt. Höhepunkt des Spiels sind aber vor allem die Rätsel.

Wie in jedem Adventure sammelt der Spieler alles ein, was er nur finden kann und modifiziert die Fundstücke dann mit wenigen Klicks zu etwas völlig Neuem. Da dieses Genre keinerlei Wert auf Logik legt, müssen die Funde also zu unserem Vergnügen mit Lebewesen oder Gegenständen erprobt werden. Wer käme also schon drauf, einen Wurm betrunken zu machen, um ihn dann Dank seiner Elastizität für den Bau einer Schleuder zu verwenden?

Auf diese absurde Weise werden Stricknadeln besorgt, Wachen zum Teufel getrieben oder ein Wald voller Fallen überlistet. Ja, die Rätsel sind nicht einfach. Sie lassen sich aber immer noch ohne Hilfe aus dem Internet knacken. Wer dennoch nicht weiterkommt, nutzt die wunderbare, ins Adventure integrierte Hilfsfunktion.

Besonders viel Spaß machen die merkwürdigen Wesen in Asposien. Und jedes hat eine merkwürdige Geschichte auf Lager. Zum Beispiel das grausame Schrof-Monster. Es ist so ätzend und zerstörerisch, dass es zu seinem eigenen Schutz auf einem Stein kauern muss.

Auch die Dialoge sind ein wahres Fest: Selten gab es in einem Spiel so wunderbar gedrechselte Sätze, die auch noch von exzellenten Sprechern vertont wurden. Der Autor muss die Komikertruppe Monty Python ganz tief inhaliert haben. Und nur durch lange und irrsinnig komische Gespräche gehen Story und Rätselei überhaupt voran ...

"The Inner World" kommt aus Deutschland, ist handgezeichnet und spart auch bei der Verpackung nicht. Die ist nicht nur hochwertig und schön aufgemacht, sondern liefert darüber hinaus Postkarten, eine Asposia-Enzyklopädie und eine Häkelanleitung für Hack, die Taube.

Unser Fazit: Krass. Groß. Famos!

TitelThe Inner World
Erscheinungsjahr2013
Art des SpielsAction & Abenteuer
SpielgerätPC
Alterseinschätzung vom Internet-ABC7-11 Jahre
Preis in Euro30,00
Verlag / BildrechteHeadup Games
Freigabe (USK)ab 6 Jahre
Internet-ABC-Altersempfehlung10
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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