Spiel des Monats 03.2013

Wenn es etwas gibt, dass Ron Gilbert als Urgestein der Spieleentwicklung besonders auszeichnet, dann ist das neben seinem Einfallsreichtum vor allem sein Hang zum abstrusen Humor. Schon in den ersten beiden Teilen von "Monkey Island" konnten die Spieler zu ihrem reinen Vergnügen stundenlang vollkommen schwachsinnige Dialoge anklicken, die sie jedoch im Adventure selbst nicht weiterbrachten. Die Neugier auf einen weiteren, neuen Gag war einfach zu groß. In "The Cave" führt eine Höhle als selbstironischer Erzähler durch das kleine, aber kurzweilige Abenteuer. Gilbert, so heißt es, soll hier endlich eine seiner älteren Ideen umgesetzt haben. Das Spiel gibt es nur zum Herunterladen und nicht als Packung im Laden. Vielleicht soll ja der ruhmreiche Name des Adventure-Veterans die Neugier jener Spieler anlocken, die bislang lieber einen Bogen um reine Download-Spiele gemacht haben?

Bevor es in die Höhle hineingeht, wählt der Spieler hierfür drei ihm günstig erscheinende Charaktere aus. Zur Verfügung stehen unter anderem ein Ritter, eine Wissenschaftlerin, eine Abenteuerin, ein Mönch, eine Zeitreisende und ein nicht sonderlich vertrauenerweckendes Zwillingspärchen. Jede Figur besitzt ihre ganz speziellen Fähigkeiten, die sich erst im weiteren Verlauf des Spiels zeigen. Die Wissenschaftlerin programmiert gerne mal elektronische Schalter um, und die Zeitreisende kehrt wie im Flug an einen früheren Zeitpunkt und Ort der Höhlenwelt zurück. Eine unachtsame Bewegung, ein Absturz in die Pfähle oder eine Dynamitexplosion - und die Figur stirbt den schmerzlosen Sekundentod. Kurz darauf aber ist sie wieder da: Der Tod ist in diesem Spiel nicht vorgesehen, dafür aber bei Missgeschicken jede Menge Hohn und Spott der sprechenden Höhle.

Sicher, auf den ersten Blick sieht "The Cave" wie ein gewöhnliches Jump 'n Run aus: Es wird gerannt, gesprungen, geschwommen, getaucht, auf Leitern und Seilen hinauf- und herabgeklettert. Dann aber kommen die typischen Adventure-Elemente zum Tragen: Diverse Gegenstände müssen eingesammelt und zum Einsatz gebracht werden. Mit Eimern lässt sich Wasser transportieren, Schlüssel öffnen Portale und Dynamit eröffnet auf recht brachiale Weise neue Zugangswege. Außerdem gibt es die typische Tüftler- und Rätselaufgaben, die sich wie bei jedem guten Adventure von selbst erschließen. Mal tropft das Wasser auf einen Sicherungskasten, ein anderes Mal versperren Hindernisse den Weg. Richtig schwer wird es dabei allerdings zu keinem Zeitpunkt.

Der Spieler muss nicht nur jedes Mal eine probate Lösung finden, sondern auch zwischen den drei merkwürdigen Helden hin- und herwechseln. Denn einige Knobelnüsse bedürfen vieler helfender Hände, wenn eine bestimmte Anzahl an Schaltern bedient werden soll, um unterschiedliche Maschinen und Apparaturen in Gang zu setzen. Oder wenn ein Monster wütend rumspeit und ein alter Kümmergreis uns mit Dynamit bewirft. Darum sollte der Spieler immer wieder messerscharf kombinieren und ausprobieren. Alles in allem bereitet "The Cave" richtig gute Unterhaltung. Warum das Spiele eine USK12 bekommen hat, liegt vielleicht an dem schwarzen Humor. Einziger Nachteil: Es wird Englisch gesprochen und dazu werden dann deutsche Untertitel eingeblendet. Disney hätte gern auch eine gute deutsche Synchronisation anbieten dürfen ...

Fazit: Ein wirklich schönes Sonntagnachmittagsspiel!

TitelThe Cave
Erscheinungsjahr2013
Art des SpielsAction & Abenteuer, Jump 'n' Run (Springen und Rennen)
SpielgerätPlayStation 3, Xbox 360, PC
Preis in Euro13,00
Verlag / BildrechteDisney
Freigabe (USK)ab 12 Jahre
Internet-ABC-Altersempfehlung12
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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