Spiel des Monats 09.2014

Bernd das Brot hat keine Lust. Auf gar nichts. Und das ist eigentlich keine gute Voraussetzung für einen Helden in einem Computerspiel. Doch Bernd macht in diesem Adventure trotzdem eine sehr gute Figur. Denn seine Freunde haben ihm einen schwarzen Batman-Anzug verpasst und sich selbst ebenfalls zu Superhelden erklärt.

Aus dem hochbegabten Baumwesen Busch wird Dr. Bumblebee und aus Chili, dem durchgeknallten Schaf, Sheep Majors. Zusammen sind sie die "Unmöglichen". Und damit ist schon klar, dass dieses klassische Point-and-click Abenteuer auf Parodie und Humor setzt.

In diesem Spiel verschwindet eine äußerst merkwürdige Statue spurlos. Dass sie ausgerechnet ein Skat spielendes Yak-Rind darstellt, bildet den absurden Stoff, aus dem die Superhelden-Träume der "Unmöglichen" sind. Die Spieler schlüpfen abwechselnd in die Rolle von Bernd, Busch und Chili. Gemeinsam reisen sie durch eine verrückte Welt der kaputten Schrottplätze und abgeranzten Billigflieger, um den Auftraggeber des Diebstahls zu überführen. Dabei gibt es nicht nur angenehm bescheuerte Dialoge, sondern auch sehr viel Einfallsreichtum.

In jedem der insgesamt sechs Kapitel untersucht der Spieler dazu schön gestaltete Bilder. Viele Gegenstände lassen sich einsammeln, ins Inventar verschieben und dann miteinander kombinieren, um ein Rätsel nach dem anderen zu lösen. So wird aus Zahnseide, einer Nagelschere, einem Rucksack und einer Plane schnell mal ein Fallschirm, wenn zum Beispiel das Flugzeug nicht am gewünschten Zielort landen will und die Helden trotzdem aussteigen müssen.

Am Anfang ist das alles noch recht einfach, dann aber steigt der Schwierigkeitsgrad ganz schön an. Mit Logik ist da kein Fortkommen möglich, dann hilft nur noch ausprobieren. Oft müssen zum Beispiel bestimmte Dialoge geführt werden, bevor ein Klickpunkt den Spieler weiterbringt. Knifflig? Ja, schon. Doch zum Verzweifeln gibt es keinen Grund. Auf der Festplatte wird bei der Installation des Spiels auch eine spartanische Walktrough-Anleitung mit abgespeichert.

Im Spiel werden in Klebeband verwickelte Polizisten von Bäumen geschnitten, Geheimtüren durch tibetanisches Glockengetön geöffnet, Rindviechern ein Abführmittel verabreicht, garstige Schrottplatzbesitzer in Gummireifen gesteckt oder unfreundliche Stewardessen zum Wahnsinn getrieben.

Wenn das Film wäre, würde hier "Dick und Doof" auf die Monty Python-Truppe treffen. Da es sich aber um ein Spiel handelt, trifft hier der Bernd-Humor auf die alten Lucas-Arts-Spiele. Was für eine Kombination! Eine kleine Reminiszenz an Guybrush Threapwood and andere Helden gibt es in dem Rätsel mit der Zeitreise. Mit Hilfe eines Rollers reist Bernd in Vergangenheit zurück. Plötzlich wird das Bild wie bei alten Spielen verpixelt und es ist akkustisch rein nichts mehr zu verstehen. Wenn der Spieler nicht selbst drauf kommt, das Spiel zu verlassen, um in den Einstellungen die Untertitel einzuschalten, dann gibt eben Bernd den entscheidenden Hinweis.

Fazit: Das witzigste PC-Spiel seit langer Zeit!

TitelBernd das Brot und die Unmöglichen
Erscheinungsjahr2014
Art des SpielsAction & Abenteuer
SpielgerätPC
Preis in Euro30,00
Verlag / BildrechteDeep Silver
Freigabe (USK)ohne Altersbeschränkung
Internet-ABC-Altersempfehlung10
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
3Bewertungen
0Kommentare
[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 23.05.2020]
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