Einstellungen für Android

Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google sind wegen der großen Auswahl an unterschiedlichen Geräten und auch wegen der in der Regel günstigeren Anschaffungskosten sehr beliebt. Aber wie auch bei Windows auf dem Computer gibt es auch bei Android immer wieder neue Versionen: Auf günstigeren Smartphones läuft oftmals noch die ältere Android-Version 2.3, während aktuelle Geräte meist auf die Version 4.x setzen. Letzteres ist sicherlich für die Installation zukünftig erscheinender Apps besser geeignet, abgesehen von der App "Meine Startseite" sollten aber alle in diesem Text genannten Programme auch auf den Geräten mit Android 2.3 einsetzbar sein.

Anders als das geschlossene Ökosystem von Apple ist Andoid offen ausgelegt: Das Betriebssystem kann von jedem Hardwarehersteller frei verwendet und beliebig angepasst werden. Die Benutzeroberfläche und der Zugang zu den Funktionalitäten des Gerätes fällt daher von Hersteller zu Hersteller mitunter sehr unterschiedlich aus. Apps lassen sich zudem nicht ausschließlich über den Google-eigenen "Play Store" installieren, sondern auch über andere App-Stores wie beispielsweise von Amazon oder Samsung. 

Darüber hinaus können Android-Nutzer Apps auch direkt aus dem Internet herunterladen und eigenständig auf ihrem Smartphone installieren, ohne den (bequemen) Umweg über einen App-Store zu machen. Dies lässt sich in den Systemeinstellungen zwar unterbinden (in der Android-Version 4 unter [Einstellungen] > [Sicherheit] > [Unbekannte Herkunft]), allerdings lässt sich diese Einstellung nicht durch die Eingabe einer PIN absichern und kann daher einfach rückgängig gemacht werden.

Screenshot: Einstufung der Apps im Play-Store

Die Apps im Play-Store sind anhand eines vierstufigen "FSK"-Modells gekennzeichnet: Apps "für alle Stufen" dürfen "weder Daten zum Standort der Nutzer erfassen noch unangemessene Inhalte aufweisen". Apps der "hohen Stufe" können "in größerem Umfang sexuelle und anzügliche Inhalte, grafische Gewalt (…) sowie explizite Anspielungen auf Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum enthalten" (vgl. support.google.com).

Anzumerken ist, dass die im Play-Store "FSK" genannte Einstufung nichts mit der gleichnamigen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft zu tun hat, sondern die Drittanbieter/Publisher ihre Inhalte selbst auf Basis eines Kriterienkataloges von Google einschätzen. Dementsprechend unterschiedlich und im Zweifelsfall großzügig fallen diese Einstufungen aus.

Über den Play-Store lässt sich der Zugriff auf die Apps anhand dieser Stufen einschränken: Dazu gehen Sie in der Play-Store-App auf das Menü, wählen [Einstellungen] > [Filter für Inhalte] und geben dort an, welche Stufe die Apps haben dürfen. Mit der Eingabe einer PIN wird hier das Ändern dieser Einstellung durch die Kinder unterbunden. Ähnlich wie im iTunes-Store werden die nicht der Stufe entsprechenden Apps nicht mehr angezeigt, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. Diese Einschränkungen finden allerdings nur bei den Apps Berücksichtigung, nicht bei Filmen oder Büchern. Auch wenn Sie nur Apps der niedrigsten Stufe erlauben, werden den Kindern im Play-Store beispielsweise dennoch Filme mit der Altersfreigabe FSK 16 angezeigt.

Ist der Zugang zum Play-Store gesperrt oder eingegrenzt, können gewiefte Kids das Installieren von Apps mit anderer Herkunft in den Systemeinstellungen zulassen und die gewünschte App entweder über den Browser des Smartphones oder aus anderen Quellen auf ihr Smartphone laden. Die Einschränkungen, wie sie auf einem iPhone eingestellt werden können, greifen daher auf Android Geräten nur sehr bedingt.

Launcher - Eigene Bedienoberfläche für Kinder

Screenshot: Kids Place für Android

Eine mögliche Lösung für dieses Problem bieten sogenannte "Launcher": Das sind Apps, die die gewohnte Bedienoberfläche des Smartphones ersetzen. Mit speziellen Launchern für Kinder wie beispielsweise "Kids Place" von Kiddoware oder dem "Famigo Sandkasten für Kinder" können Sie den Zugriff auf sicherheitsrelevante Funktionen wie beispielsweise den Browser, den Play-Store oder die Systemeinstellungen unterbinden. Allerdings: Eine hundertprozentige Sicherheit bieten auch diese Programme nicht! 

Launcher sind Apps, die Sie über den Play-Store auf dem Smartphone installieren können. Nach der Installation und Absicherung der App durch eine PIN können Sie alle Apps auswählen, auf die das Kind Zugriff haben darf. Um das Smartphone weiterhin als "Mobiletelefon" nutzen zu können, müssen dann beispielsweise auch die Telefon- und SMS-Anwendungen für den Launcher freigegeben werden. Die Systemeinstellungen hingegen sollten hier verborgen bleiben, weil sich damit der Launcher beenden oder sogar ganz löschen ließe.

Damit die Kinder den Zugang zur nativen Benutzeroberfläche weder über die "Home"-Taste noch über einen Neustart herstellen können, muss man weitere Sicherheitseinstellungen manuell tätigen (in der "Kids Place"-App setzt man dazu nach Eingabe der PIN unter den [Einstellungen] den Haken für [Hometaste sperren] und [Autostart Kids Place]). Der Zugang zu allen anderen Apps und Funktionalitäten einschließlich der nativen Bedienoberfläche ist dann nur nach Eingabe einer PIN für die Eltern erreichbar.

Einstellungen bei der Software Kids Place

Das Android-Gerät präsentiert sich dem Nachwuchs in einem neuen, sicheren, aber auch sehr restriktiven Gewand. Einige Funktionalitäten, wie beispielsweise das Ein- und Ausschalten der W-LAN- oder Bluetooth-Funktion, lassen sich dann nur über Umwege mit weiteren Apps realisieren - oder eben durch die Eltern, die nach Eingabe der PIN zur nativen Bedienoberfläche wechseln können. Gleiches gilt für das Hinzufügen von neuen Apps. 

Sollte die Launcher-App abstürzen, ist die sichere Umgebung bis zum Neustart der App allerdings verschwunden und das Kind hat Zugriff auf alle Funktionen und Inhalte, die der Launcher ansonsten verbirgt.

Mobiles Internet

Auch der Zugang zum Internet lässt sich mit Hilfe eines solchen Launchers beschränken. Statt des Standardbrowsers, sollte man im Launcher auf eine Browser-App setzen, die eine detaillierte Filterfunktion für Kinder oder Jugendliche ermöglicht, oder sogar einen explizit kindgerechten Surfraum bietet. Solche Browser-Apps werden im folgenden Kapitel vorgestellt.

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2 Kommentare


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Nick 07.05.2017 01:54
Wieder mal kein Datum, wann das hier verfasst wurde. Zeitschrift C't hat diese Laucher als leicht zu umgehen und umständlich verissen. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Smartphones-kindersicher-Apple-kanns-Google-braucht-bei-Android-Nachhilfe-3262177.html Sie werden auch von der EU und der Familienministerin der CSU unter Clicksafe vorgeschlagen: http://www.klicksafe.de/
timsen 18.12.2016 18:42
zwar noch nicht ausprobiert aber wirkt am ehesten zielführend
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