Wann ist ein Kind alt genug für ein Handy?

Vier kurze Gedanken dazu:

  • Frühestens mit 12 Jahren sollten Sie Ihrem Kind ein Handy mit Internetzugang überlassen.
  • Aber: Altersangaben sind immer allgemeine Richtwerte. Jedes Kind ist anders: Das eine ist früher "reif" und kompetent genug, das andere später.
  • Auch mit 12 Jahren sind Probleme bei der Smartphone-Nutzung möglich, die Ihr Kind nicht allein bewältigen kann. Gegenseitiges Vertrauen hilft hier weiter. Würde das Kind mit Problemen zu Ihnen kommen?
  • Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon weiß, wie es mit den Gefahren des Internets umgehen kann: Was passiert, wenn es einen Kettenbrief erhält? Oder verstörende Inhalte? Hat es das Selbstbewusstsein, der Aufforderung anderer, etwas "Verbotenes" zu machen, zu widerstehen?

(Hinweis: Dieser Artikel macht keinen Unterschied zwischen den Begriffen Handy und Smartphone. Teilweise wird bis heute zwischen dem "einfachen" Handy zum Telefonieren und SMS-Schreiben und dem internetfähigen "Alleskönner" Smartphone unterschieden.)


Ist das Handy schädlich für mein Kind? Welche Gefahren gibt es?

Die nachfolgende Auflistung soll keine Angst verbreiten. Vielmehr sollte Eltern bewusst sein, was passieren kann, aber nicht muss.

  • Ungeeignete Inhalte
    Pornografie, Gewalt, hasserfüllte Kommentare, Hetze oder geschmacklose Kettenbriefe finden ihren Weg auf das Handy. Sie können Kinder verstören, erschrecken oder ängstigen.
  • Mobbing/Cybermobbing
    Kinder erfahren Beleidigungen, Bedrohungen und Verleumdungen, zum Beispiel über Gruppenchats in Messengern wie WhatsApp oder die Verbreitung gemeiner Fotos und Videos.
  • Rechtsverstöße
    Oft stellen Kinder ahnungslos Bilder, Texte, Musik oder Filme online oder verbreiten diese weiter – ohne die Erlaubnis des Verfassers. Dann drohen Urheberrechtsverstöße und teure Abmahnungen. Ebenso gilt: Ist auf einem Foto ein Mitschüler zu sehen, darf dieses ohne seine Erlaubnis nicht einfach verbreitet werden.
  • Preisgabe von persönlichen Daten
    Unternehmen, soziale Netzwerke, Betriebssysteme, Spiele und Apps sammeln oft mehr Daten und Angaben über die Nutzer als nötig. Zudem geben Kinder in Spiele-Chats und Apps oft mehr von sich preis, als sie sollten. Sie machen sich damit angreifbar.
  • Kostenfallen
    Über In-App-Käufe, Abos oder teure mobile Daten geben Kinder unter Umständen kleines oder auch großes Geld aus.
  • Übermäßiger Gebrauch
    Finden Kinder kein Ende am Minibildschirm, leidet das "echte" Leben darunter. Das Handy verleitet dazu, immer und überall mitzureden und mitzuspielen.
  • Handystrahlung
    Je nach Gerät und Intensität der Nutzung können sich eventuell gesundheitliche Risiken ergeben.

Wie kann man ein Handy kindersicher machen?

Eltern sollten wissen: Weder Einstellungen noch Apps bieten eine 100-prozentige Sicherheits-Garantie für das Kind. Sie können aber gerade bei jüngeren Kindern eine Hilfe sein, wenngleich Absprachen und gegenseitiges Vertrauen immer an erster Stelle stehen sollten. Nachfolgend werden Ihnen ein paar Tipps geliefert, wie Sie das Handy einrichten können:

Einstellungen

Es können direkt am Handy (Android und iOS) Einstellungen vorgenommen werden, die die Nutzung sicherer machen: zum Beispiel Einstellungen, die bestimmte Funktionen (W-LAN, Installieren von Apps, In-App-Käufe) unterbinden.

Bildschirmsperre

Um das Smartphone und die darauf gesammelten privaten Inhalte vor ungewollten Zugriffen Fremder zu schützen, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Bildschirmsperre einrichten.

Drittanbieter-Sperre

Lassen Sie beim Mobilfunkanbieter eine "Drittanbieter-Sperre" einrichten. Diese verhindert, dass teure Premium-Dienstleistungen über die Handyrechnung eingezogen werden können.

Programme und Apps zur Kindersicherung

Mit Hilfe von Kindersicherungs-Apps kann die Nutzung des Handys sinnvoll begrenzt werden – sowohl bezüglich der Zeit als auch bezüglich der Inhalte. Der folgende Artikel zeigt, worauf Sie bei diesen Programmen achten sollten:


Ein guter Schutz: Aufklären, Erklären, Regeln vereinbaren und Vorbild sein!

Technische Hilfsmittel allein genügen nicht, um allen Risiken aus dem Weg zu gehen. Die dauerhafte Begleitung der Mediennutzung bleibt unverzichtbar.

Ihr Kind muss über die Gefahren Bescheid wissen – und darüber, wie es sich am besten verhält, um diese zu umgehen. Und als Ansprechpartner stehen Sie bereit! Beschäftigen Sie sich als Familie mit dem Thema: Tipps dazu finden Sie unten in der Rubrik "Gemeinsam: Zusammen die Welt der Smartphones entdecken!"

Zur Aufklärung und zum kompetenten Smartphone-Umgang gehört auch die Absprache von Regeln. Dabei sollten sich beide Seiten an Vereinbarungen halten. Das Gerät heimlich zu kontrollieren ist kein geeigneter Weg, um einem Kind vertrauensvoll zur Seite zu stehen. Besprechen Sie in der Familie, was erlaubt ist und was nicht. Interessieren Sie sich für die Wünsche und Vorlieben Ihres Kindes: Kann die Wunsch-App Ihres Kindes unter gewissen Voraussetzungen erlaubt werden? Wenn nicht: Welche Gründe hat Ihr Verbot?


Sie wollen es etwas genauer wissen?

Hier finden Eltern eine ausführliche Liste mit Tipps, Informationen und Gedankenanstößen rund um das Thema "Ein Smartphone für das Kind?" erstellt.


Zusammen die Welt der Smartphones entdecken!

Lernmodul "Mobil im Internet"

Auf der Kinderseite vom Internet-ABC bietet Pinguin Eddie das passende Lernmodul. Spielen Sie es mit dem eigenen Kind. Nutzen Sie die hier angesprochenen Themen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Vereinbarungen zum Handy zu treffen. Konkrete Tipps zur sicheren Nutzung vermittelt Kapitel 6 "Schutz für mobile Geräte - und für dich".

Video von Neuneinhalb

Das Video (gut 24 Minuten lang) der WDR-Kindersendung Neuneinhalb widmet sich dem Thema "Mein erstes Smartphone" und zeigt, dass ein geregelter und achtsamer Umgang mit dem neuen "Supergerät" sinnvoll und erlernbar ist.

Checkliste

Ist Ihr Kind reif für ein Handy? Mit dieser Checkliste von Klicksafe erhalten Sie eine erste Einschätzung zu dieser Frage.

Mediennutzungsvertrag

Mit der Internetseite "Mediennutzungsvertrag.de" können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Vertrag  erstellen – auch zum Thema "Smartphone". Wenn es schneller gehen muss: Das Internet-ABC hat Ihnen einen fertigen Vertrag mit den wichtigsten Regeln für Kinder und Eltern erstellt: Namen eintragen, vielleicht eine Höchstgrenze für die "Zeit am Handy" festlegen, unterschreiben – fertig!


Zahlen und Fakten zum "sicheren Smartphone"

Lediglich 15 Prozent der Eltern (oder Erziehungsberechtigte) nutzen technische Hilfsmittel (Apps oder Filter), um das kindliche Smartphone vor Gefahren abzusichern. Noch weniger (11 Prozent) nutzen die geräteeigenen Sicherheitseinstellungen (KIM-Studie 2018). Als Gründe führen Eltern an, dass

  • sie solche Apps und Filterprogramme nicht kennen,
  • das Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Programme nicht vorhanden sei,
  • sie nicht wüssten, wo sie Informationen zu diesem Thema erhalten könnten,
  • solche Programme oder Apps zu teuer seien.


Hilfreiche Angebote im Netz

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3Kommentare
[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 19.11.2020]
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***************++++~~~~~~~~~~~~~#####03.11.202011:45
meine tochter muss zur schule immer mit dem zug fahren würde sie ihn verpassen wüsste niemand wo sie ist deshalb bekam sie in der 5. Klasse ein altes gebrauchtes Handy
DieDigitalisierung30.09.202012:10
Ich denke schon, dass Kinder ab einem bestimmten Alter an die digitalen Medien herangeführt werden sollten. In Form eines Handys wäre dies schon gut. Digitale Kompetenzen und Medienkompetenz ist sehr wichtog und es wird immer wichtiger. Natürlich sollte man Kinder beim ersten Kontakt ins Internet einschränken und überwachen, dennoch sollte dies nicht erst mit 16 Jahren geschehen. Also ja, es sollte Handys für Kinder geben... es müssen aber keine IPhones sein, ein altes Samsung-Gerät tut es für den Start auch.
***************03.06.202014:11
Ich finde das Handy's nichts für Kinder sind.
Also erst ab16 Jahren!!!
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