Soziale Medien gehören mittlerweile fest zum Alltag von Jugendlichen. 

Die JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) belegt jedoch, dass Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat und YouTube für junge Menschen zugleich Chance und Herausforderung sind.

Im Fokus der Studie standen 14- bis 17-Jährige. Zunächst dokumentierten 33 Jugendliche ihren digitalen Alltag in Online-Tagebüchern, anschließend wurden 20 von ihnen in vertiefenden Online-Interviews befragt. 

Ergänzend nahm zwischen dem 13. und 27. Mai 2026 eine repräsentative Stichprobe von 800 Jugendlichen an einer Online-Befragung teil.

Die zentralen Ergebnisse der JIMplus-Studie 2026

Soziale Medien: Nützlich, aber oft belastend

Die aktuelle JIMplus-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) macht deutlich: Jugendliche erleben soziale Medien ambivalent. Einerseits bieten die Plattformen Zugang zu Wissen, Inspiration und Gemeinschaft. 82 % der Befragten nutzen soziale Medien, um Informationen und Wissen zu erhalten. Rund die Hälfte fühlt sich dort verstanden und unterstützt.

Andererseits berichten viele Jugendliche über negative Folgen ihrer Nutzung. 72 % geben an, durch soziale Medien von wichtigen Aufgaben abgelenkt zu werden. Mehr als die Hälfte (55 %) sagt, dass ihnen dadurch Zeit für Erholung, Hobbys oder Freizeitaktivitäten fehlt. Die häufigste Folge des sogenannten Dauerscrollens ist eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit, die 40 % der Jugendlichen beobachten.
Mädchen besonders von Vergleichsdruck betroffen

Die Studie zeigt außerdem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Mädchen nutzen soziale Netzwerke häufiger als Jungen und berichten deutlich öfter von Vergleichsdruck. Zudem fühlen sie sich häufiger unwohl mit ihrem eigenen Körperbild.
Für Schulen und Familien unterstreichen diese Ergebnisse die Bedeutung von Medienbildung und einem offenen Austausch über Schönheitsideale, Selbstwertgefühl und die Wirkung sozialer Medien auf die psychische Gesundheit.

Problematische Inhalte gehören für viele Jugendliche zum Alltag

Viele Jugendliche kommen regelmäßig mit belastenden oder problematischen Inhalten in Kontakt. Besonders häufig begegnen ihnen:

  • Fake News (71 %)
  • Extreme politische oder religiöse Inhalte (43 %)
  • Hate Speech (40 %)

Als besonders belastend werden hingegen ungewollte Nacktbilder, Cybermobbing, drastische Gewaltdarstellungen sowie Inhalte rund um Essstörungen oder selbstverletzendes Verhalten wahrgenommen.
Auffällig: TikTok wird von Jugendlichen am häufigsten mit problematischen Inhalten in Verbindung gebracht. Gleichzeitig zählt die Plattform zu den Diensten, die Jugendliche am meisten vermissen würden.

Eltern und Lehrkräfte sind wichtige Begleitung 

Trotz ihrer hohen Medienkompetenz wünschen sich Jugendliche Orientierung. Die meisten reagieren auf problematische Inhalte, indem sie einfach weiterscrollen. Nur etwa ein Viertel meldet entsprechende Beiträge an die Plattformen.
Eltern und Lehrkräfte können hier eine wichtige Rolle übernehmen:

  • Regelmäßig über Erfahrungen in soziale Medien sprechen
  • Jugendliche für Fake News und Manipulation sensibilisieren
  • Medienfreie Zeiten fördern
  • Bei belastenden Inhalten Gesprächsangebote machen
  • Kritisches Denken und Quellenbewertung stärken

Familie und Freundschaften stärken das Wohlbefinden

Die höchste Zufriedenheit erleben Jugendliche bei Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden. Auch eine enge familiäre Bindung wirkt sich positiv auf das persönliche Wohlbefinden aus.
Wenn Jugendliche Sorgen oder Belastungen haben, wenden sie sich vor allem an vertraute Menschen. KI-Chatbots spielen bislang nur eine geringe Rolle: Lediglich 12% nutzen sie als Unterstützung bei persönlichen Problemen.

Viele Jugendliche wünschen sich im Rückblick einen späteren Einstieg

Bemerkenswert ist auch der kritische Blick der Jugendlichen auf ihre eigene Nutzung der sozialen Medien. Fast die Hälfte (47 %) beneidet Generationen, die ohne soziale Netzwerke aufgewachsen sind. Zudem würden viele Plattformnutzerinnen und -nutzer rückblickend ein höheres Einstiegsalter empfehlen, als sie selbst hatten.

Über die JIM-Studie

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) seit 1998 jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab.

 Alle Ausgaben der JIM-Studie seit 1998 sind als PDF unter www.mpfs.de abrufbar.


Mediennutzungsvertrag

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