Spiel des Monats 05.2011

Vor 21 Jahren kam das erste "Monkey Island"–Spiel heraus. Bis heute gelten die drei Teile dieser irrwitzigen Piratenmär als absolute Meisterwerke des Adventure-Genres. Inzwischen sind unzählige weitere Adventurespiele auf dem Markt erschienen, doch kaum eines konnte "Monkey Island" das Wasser reichen. Mit dem kindgerechten "Jolly Rover" kommt nun die australische Firma Brawsome recht nah an das Ziel heran. Und so hat das unterhaltsame Hundepiratenabenteuer bei den Freeplay Awards den Preis als bestes australisches Spiel eingeheimst. Zu Recht.

Worum geht's? Gaius James Rover ist ein junger Hund und Sohn eines verstorbenen Clowns. Eigentlich träumt er von einem Leben im Zirkus. Doch dann kommen ihm Bulldoggenpiraten in die Quere und auch der korrupte Gouverneur von Groggy Island zieht Rover tüchtig das Fell über die Ohren. Fortan streift der Held auf der Insel umher, sammelt recht eklige Einzelheiten für ein Piratenrezept ein, reist auf eine unheimliche Kannibaleninsel, reitet auf Wasserschildkröten, lernt seine große Liebe kennen und findet einen Goldschatz. Ganz klassisch also.

Klassisch ist auch die Vorgehensweise: Der Spieler führt zum Beispiel mit anderen Personen absurde Dialoge von hohem Unterhaltungswert, nur um bestimmte Hinweise zu ergattern. Zudem klappert er jeden Winkel des schön illustrierten Spiels nach einzusammelnden Gegenständen ein, kombiniert sie mit anderen Dingen zu einem neuen Objekt und kann dann zum Beispiel erst nach dem Herstellen von Klettermaterial die Sprengung eines zugeschütteten Felseingangs vornehmen. Auch gilt es, überall Münzen einzusammeln, denn die Wachen des Gouverneurs sind mindestens genauso bestechlich wie ihr Chef.

Absurde Voodoo-Tanzeinlagen müssen erlernt werden und sind auch immer wieder nötig, um Metall zu erhitzen, Tiere anzulocken oder an Bäumen schwer erreichbares Obst zum Herabfallen zu bewegen. Die meisten Rätsel sind ganz wunderbar verquer, unlogisch und sehr sehr komisch. Während aber früher immer ein Blick ins Internet nötig war, um eine kleine Hilfe zu finden, haben sich die Macher eine charmantere Lösung einfallen lassen.

Juan heißt ein kleiner, aber sehr gefräßiger Papagei, der den Spielern auf Wunsch einen verklausulierten ersten Wink gibt. Wer dann immer noch nicht auf die Lösung kommt, gibt dem Federvieh ein paar Kekse und schon verrät er ein wenig mehr. Das macht "Jolly Rover" so angenehm. Die Kinder entscheiden eben selbst, wann und wie viel Informationen sie annehmen, wenn es mal schwierig wird.

Einen Nachteil hat das Spiel allerdings: Es wurde nicht synchronisiert. Zwar sind alle Materialien, Karten und Dialoguntertitel auf Deutsch, gesprochen wird aber nur auf (ganz wunderbarem) Englisch. Dem Spielspaß kann das aber nichts anhaben. Nach ein paar ersten Rätseln haben sich die Spieler daran gewöhnt. Für richtig viel Spaß sorgt aber auch die tolle, stimmungsvolle und filmreife Musik.

Ein tolles Adventure für die ganze Familie!

TitelJolly Rover
Erscheinungsjahr2011
Art des SpielsAction & Abenteuer
SpielgerätPC
Preis in Euro20,00
Verlag / Bildrechtedtp
Freigabe (USK)ohne Altersbeschränkung
Internet-ABC-Altersempfehlung9
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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