Spiel des Monats 07.2011

Für manche Erwachsene ist Pucca nur ein süßes Gesicht, das müden Plastiktaschen und langweiligen Baumwoll-T-Shirts mit seinem freundlichen Wesen aufzuwerten vermag. Die Erwartungen liegen dabei nur unweit höher als bei "Hello Kitty". Diese freche Katze kann ja bekanntlich fast alles: Socken und Portemonnaies verzieren, von Luftballons grinsen oder als Stoffpuppe unglaublich knuddelig schauen. Nur eins hat "Hello Kitty" nicht drauf: Ihre Videospiele sind oft das reinste Gähnen. Und genau das hat Pucca ihrer mächtigen Merchandisingschwester im Geiste voraus.

Denn ihr Spiel "Pucca's Race for Kisses" ist der Hammer. Eigentlich erlangte Pucca als Heldin einer südkoreanischen Animationsserie ihre Berühmtheit. Darin sahen die Zuschauer ein Mädchen, das unsterblich in den Ninjaboy Garu verliebt war. Dem aber passte das überhaupt nicht. Doch wenn Pucca sich erstmal etwas vorgenommen hatte, dann können schon mal die Fetzen fliegen. Meistens zu Garus Ungunsten. Und eben an dieser Story setzt auch das Spiel an.

In 28 Levels hetzt das hartnäckige Mädchen liebeshungrig hinter Garu her. Um ihn zu küssen überwindet sie Abgründe und Flüsse. Sie kämpft mit bis an die Zähne bewaffneten Ninjas und legt sich sogar mit einem Godzilla-Wesen an. Teilweise mit einem, für unsere Geschmäcker etwas zu überzeichneten, fernöstlichen Humor. Das alles jedoch hat nicht nur Pfiff, sondern vollzieht sich auch in einem Affenzahn. Dabei läuft in diesem Jump 'n' Run ausnahmsweise nicht die Heldin durch eine Landschaft, sondern vielmehr zieht die Landschaft nach bester Arcade-Manier an ihr vorbei. Beim Scheitern einer Mission spult das Spiel wie bei einem Video an die letzte Speicherstelle zurück.

Zwar wird mit der Wiimote gesteuert, aber vor jeder Aktion hält der Spieler das ganze Geschehen an, um sich das entsprechende Werkzeug zu schnappen. Das Handsymbol dient dem Ergreifen von Gegenständen, das Schwert jagt die Ninjas in die Flucht und zerlegt lästige Bambuspflanzen. Und ein Fächer löscht Feuer und vertreibt nebulöses Gewölk. Dem Genre üblich wird gesprungen, gehangelt und ausgewichen. Affen greifen Pucca an, und auch die Spinnen führen nichts Gutes im Schilde.

Aber nicht nur Garu bleibt ab und zu außer Atem stehen. Auch der Spieler muss erstmal soviel Hektik verkraften. Zum Glück gibt es immer wieder Oasen der Ruhe, in denen Labyrinthe und Puzzle gespielt werden. Nichts Schwieriges, aber exzellent und erfrischend. Danach geht’s wieder auf die Hatz nach Garu. Am Ende eines Levels küsst Pucca den Jungen dann wie eine Wilde ab. Das scheint ihm ganz offensichtlich nicht zu gefallen.

Einen begrenzten Zweiermodus gibt es auch. Darin können dann zwei Spieler die Rollen von Pucca und Garu einnehmen. Sehr, sehr lustig.

Fazit: Kein großes, aber ein großartiges Spiel!

TitelPucca's Race for Kisses
Erscheinungsjahr2011
Art des SpielsJump 'n' Run (Springen und Rennen)
SpielgerätWii
Preis in Euro25,00
Verlag / BildrechteBigben Interactive
Freigabe (USK)ab 6 Jahre
Internet-ABC-Altersempfehlung8
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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