Musik hören und downloaden

MP3-Player; Bild: Find-das-Bild.de/ Michael Schnell
MP3-Player

Längst hat die digitale Musik auf Computer, Handy und MP3-Player die Stereoanlage im Kinderzimmer abgelöst. Es gibt verschiedene Wege, im Internet an Musik zu kommen, kostenlose wie kostenpflichtige. Nicht alle sind dabei legal, und auch in der "Grauzone" sollte man sich nicht zu sicher fühlen. 

Daher ist es für Eltern wichtig, gut informiert zu sein und das Thema mit ihren Kindern zu besprechen, denn Möglichkeiten, legal an Musik zu kommen, gibt es genug, wie wir im Folgenden zeigen werden.

Die wichtigsten Fragen zum Thema "Musik hören und downloaden"

Auf einer Seite gibt es die neuesten Hits kostenlos herunterzuladen - ist das legal?

Auf einer Seite gibt es die neuesten Hits kostenlos herunterzuladen - ist das legal?

Im Normalfall nicht. Häufig handelt es sich hier um sogenannte "Tauschbörsen", in denen Nutzer Musik kostenlos zur Verfügung stellen und herunterladen. Getauscht werden hier aber oft Musikstücke und Videos, für die man eigentlich Geld bezahlen müsste. Sie sind meist illegal zum Download ins Internet gestellt worden. Auch wer diese Musik dann herunterlädt, macht sich strafbar.

Allgemein gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Große Vorsicht ist also angebracht, auch wenn eine Seite offiziell und legal aussieht. 

Also: Die "Top 100-Charts zum kostenlosen Download" gibt es nicht legal!

Wo kann man sich im Internet Musik zum Download kaufen? Und: Darf mein Kind das auch schon?

Wo kann man sich im Internet Musik zum Download kaufen? Und: Darf mein Kind das auch schon?

Die bekanntesten Online-Stores für Musik sind die von Amazon und iTunes, auch die meisten Musik-Labels haben eigene Angebote. Hier können Lieder und ganze Alben gegen Geld heruntergeladen werden; das ist oft günstiger, als das Album auf CD zu kaufen.

Weiterhin gibt es "Musik-Flatrates" wie Spotify oder Deezer, bei denen man einen monatlichen Festbetrag zahlt. Dann darf man aus den großen Musikdatenbanken so viel hören, wie man möchte. Die Musik wird dabei direkt aus dem Internet abgespielt ("Streaming"), lässt sich aber auch herunterladen, um sie jederzeit hören zu können. Weil die Dateien aber nur über eine entsprechende Software wiedergegeben werden können, sind sie nach Ende des Musik-Abos nicht mehr verfügbar und werden gelöscht.

Die hier genannten Dienste sind, wie auch die meisten anderen, ab 14 Jahren freigegeben. Zudem bedarf es der Zustimmung der Eltern. Zudem sind fast alle Bezahlmöglichkeiten (vor allem Kreditkarte und PayPal) erst ab 18 Jahren freigegeben. Daher muss das Konto ihres Kindes mit ihrem PayPal-Konto oder ihrer Kreditkarte verknüpft werden. Hier sollten Eltern vorsichtig sein, sonst kann es schnell sehr teuer werden.

Gibt es im Internet auch legale Wege, Musik kostenlos herunterzuladen?

Gibt es im Internet auch legale Wege, Musik kostenlos herunterzuladen?

Ja, aber nur sehr selten die neuen Hits bekannter Musiker. Vor allem unbekanntere Interpreten bieten ihre Musik oft kostenlos an, um größere Bekanntheit zu erlangen. 

Auch im Vorfeld der Veröffentlichung von neuen Alben gibt es oft kostenlose Lieder zum Probehören. Dabei gilt: Alles, was von offizieller Seite, also der Musikgruppe selbst, ihrer Plattenfirma oder im Rahmen von Sonderaktionen großer Händler (zum Beispiel iTunes, Saturn oder ähnliche) kostenlos angeboten wird, ist legal und daher unbedenklich. Denn diese halten die Rechte an der Musik und dürfen sie daher umsonst zur Verfügung stellen.

Eine gute Orientierung bietet die Seite Tonspion.de: Hier werden aktuelle kostenlose MP3-Downloads gesammelt und geordnet. Darunter sind sowohl kostenlose Lieder von bekannten Künstlern, als auch Musik von unbekannteren Interpreten. Die Seite eignet sich dadurch sowohl dazu, Musik eines bestimmten Künstlers zu finden, als auch, neue Musik für sich zu entdecken. Dabei wird sehr darauf geachtet, nur absolut legale Downloads anzubieten.

Darf mein Kind Lieder von Youtube herunterladen, also Musikvideos in mp3-Dateien umwandeln?

Darf mein Kind Lieder von Youtube herunterladen, also Musikvideos in mp3-Dateien umwandeln?

Der Download von Youtube-Videos ist mit entsprechenden Programmen eine einfache Sache. Komplizierter ist die Frage, ob das Herunterladen überhaupt legal ist.

Youtube ist ein großes, öffentliches, legales Videoportal. Dessen Nutzungsbedingungen sehen vor, dass nur urheberrechtlich einwandfreies Material hochgeladen werden darf. Die Durchsetzung dieser Bedingungen ist Aufgabe von Youtube. Dies würde den Nutzer von der Verantwortung für die Legalität der Inhalte, die er herunterladen möchte, freisprechen.

Allerdings: Youtube selbst verbietet in seinen Nutzungsbedingungen das Herunterladen von Videos! Den  Bedingungen stimmt jedoch nur derjenige zu, der auch ein Nutzerkonto bei Youtube hat.

Das heißt: Wenn ihr Kind ein Youtube-Konto besitzt, ist das Downloaden eines Videos und damit auch die die Umwandlung eines Videos in MP3-Dateien in jedem Fall verboten. Wenn nicht, dann sieht es momentan danach aus, dass es rechtlich unbedenklich ist, eine private Kopie eines Youtube-Videos zu erstellen, die nicht wieder veröffentlicht wird (siehe irights.info.)

Jedoch gibt es dazu noch keine Grundsatzentscheidung. Die Aussagen beruhen auf Gerichtsurteilen, die jedoch nicht für die weitere Rechtsprechung bindend sind. 

Daher sollte man mit Youtube-Downloads, obwohl es rechtlich momentan gut aussieht, sehr vorsichtig sein - vor allem bei Videos mit offensichtlich nicht legalen Inhalten, also zum Beispiel privaten Konzertmitschnitten oder Musikvideos bekannter Künstler auf privaten Youtube-Nutzerkonten.irights.info: Die häufigsten Fragen zu Musik bei Youtube

irights.info: Die häufigsten Fragen zu Musik bei Youtube
irights.info beantwortet 15 wichtige rechtliche Fragen zum Thema Youtube, zum Beispiel: Verstößt man gegen das Urheberrecht, wenn man die Ländersperren umgeht? Darf ich Konverter einsetzen, um Youtube-Musik in MP3-Dateien umzuwandeln?

chip.de: YouTube: Filme ansehen und herunterladen - ist das legal?
Ein Rechtsanwalt beantwortet diese Frage in einem Video.

Ist das Aufnehmen von Musik aus Internetradios erlaubt?

Ist das Aufnehmen von Musik aus Internetradios erlaubt?

Fast alle großen Radiosender bieten ihr Programm auch im Internet als Stream an. Zusätzlich gibt es tausende "reine" Internetradios, die im Internet kostenfrei gehört werden können. 

Internetradios mitzuschneiden ist legal. Hier gilt im Grunde das Gleiche wie für Youtube-Downloads, nur ohne die rechtlichen Unsicherheiten: Eine private Aufnahme ist erlaubt, wenn sie nicht wieder veröffentlicht wird. Dies gilt jedoch nicht für Dienste, bei denen man sich anmelden muss und die das Mitschneiden in ihren Nutzungsbedingungen verbieten. Das ist aber auch gar nicht nötig, da es genügend offene, kostenlose Online-Radiosender gibt.

irights.info: Privatkopie und Co.

Wie funktioniert das Aufnehmen von Musik aus dem Internet?

Wie funktioniert das Aufnehmen von Musik aus dem Internet?

Das Aufnehmen von Radioprogramm aus dem Internet ist relativ einfach. Es gibt dafür verschiedene Programme, die die vielen tausend Online-Radiosender nach Musikgenre, Sprache oder Land sortieren. Die Aufnahme wird bei den einfachsten Programmen per Knopfdruck gestartet und beendet. Oft gibt es aber auch noch nützliche Zusatzfunktionen, zum Beispiel die Möglichkeit, eine Aufnahme zu einem gewählten Zeitpunkt selbst starten und beenden zu lassen.

Manche Programme machen das Mitschneiden von Online-Radios noch einfacher, indem sie:

  • aufgenommene Lieder auch selbstständig zurechtschneiden,
  • den gespeicherten Songs die wichtigsten Informationen (Titel, Künstler, Album, Jahr usw.) hinzufügen,
  • nach bestimmten Songs auf allen verfügbaren Radiostationen gezielt suchen und dann automatisch aufnehmen,
  • mehrere Sender gleichzeitig aufnehmen. 

Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Programme, wobei die zweitgenannten meist etwas mehr Komfort bieten.

Hört ihr Kind meistens den (oder die) gleichen Sender? Dann bietet sich einer der sendereigenen Rekorder an. Der WDR hat beispielsweise einen eigenen Rekorder, mit dem man die WDR-Radiosender (wie auch den bei Kindern und Jugendlichen beliebten Sender 1live) hören und mitschneiden kann.

Was kann ich tun, wenn ich eine Abmahnung wegen illegaler Downloads erhalte?

Was kann ich tun, wenn ich eine Abmahnung wegen illegaler Downloads erhalte?

Zunächst einmal gilt es, Ruhe zu bewahren: Nicht jede Abmahnung ist berechtigt. Und selbst wenn, liegt die Summe, die Sie tatsächlich zahlen müssen, meist weit unter der, die Sie in der Abmahnung finden. 

Nehmen Sie die Sache trotzdem ernst und reagieren Sie, denn sonst könnten weitere rechtliche Schritte und noch höhere Kosten drohen. Auch ist es wichtig die meist recht kurz gesetzten Fristen zu berücksichtigen und sich zeitnah um die Angelegenheit zu kümmern.

Gehen Sie den genannten Vorwürfen nach: Liegt tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung vor und ist es möglich, dass die Abmahnung rechtens ist? Sprechen Sie mit allen Personen, die Ihren Internetzugang nutzen oder genutzt haben und überprüfen Sie Ihren Kalender, was zur besagten Tatzeit passiert ist. Denn inzwischen werden Abmahnungen nicht mehr nur bei illegalen Downloads verschickt: Auch viele Betrüger verwenden solche Schreiben und missbrauchen die Unsicherheit wenig erfahrener Internetnutzer, um Geld von ihnen zu "erpressen".

Egal, um welche Art von Abmahnung es sich handelt: Es ist dringend zu empfehlen, mit den gesammelten Unterlagen und Informationen innerhalb der gesetzten Frist professionelle Hilfe zu suchen, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale. Dabei fallen zwar Gebühren an, diese sind aber fast immer geringer als der Vergleichsbetrag aus der Abmahnung.

Übersicht der Verbraucherzentralen

irights.info: Post vom Anwalt, was tun? - Vorgehensweise bei Abmahnungen

Wer haftet für illegale Musikdownloads?

Wer haftet für illegale Musikdownloads?

Für illegale Downloads haftet normalerweise der Anschlussinhaber, also meist ein Elternteil des Haushalts. Diese Haftung zieht eine Unterrichtungspflicht gegenüber Minderjährigen nach sich: Sie müssen ihr Kind darüber informieren, dass urheberrechtlich nicht einwandfreie Downloads verboten sind. Bei volljährigen Kindern dagegen besteht diese Belehrungspflicht erst, wenn es einen begründeten Verdacht für strafbare Handlungen gibt. 

Allerdings besteht keine Überwachungspflicht: Solange ihr Kind von ihnen informiert wurde, dass solche Downloads illegal sind, müssen sie die Internetnutzung des Kindes nicht überwachen. Weder die dauerhafte Anwesenheit des Elternteils noch teilweise Internet-Sperren für den Computer des Kindes sind notwendig. 

Dies ist jedoch kein Freifahrtschein: Sollten sie Verdacht schöpfen, dass ihr Kind illegal Dateien anbietet oder herunterlädt, müssen sie eingreifen.

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franz 25.11.2015 16:31
Richtiger Abzug und hat überhaupt nicht geholfen
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