Darf ich einen Film von "YouTube" mit meiner Klasse ansehen?

Ja, wenn...

... dies zur Veranschaulichung des Unterrichts erfolgt und

... die erlaubte Länge nicht überschritten wird

oder

... die Veranstaltung nicht öffentlich ist. (Aber bitte die Hinweise beachten!)

Warum?

Wie bei den Bildern (siehe die vorherige Frage) gilt auch bei Filmen, dass sie gezeigt werden dürfen, um Unterrichtsinhalte zu veranschaulichen. Da Filme mit einer Länge von bis zu 5 Minuten als „Werke geringen Umfangs“ einzustufen sind, dürfen sie vollständig vorgeführt werden. Für alle längeren Filme gilt, dass maximal 15 % davon gezeigt werden dürfen.

Im jeweils selben Umfang dürfen die Filme auch zunächst heruntergeladen werden. Zudem ist es erlaubt, sie anschließend (nur) den Teilnehmern der Veranstaltung über eine geschlossene Online-Plattform wie z. B. Moodle passwortgeschützt zur Verfügung zu stellen.

Abgesehen davon ist die Wiedergabe von ganzen Werken egal welcher Länge (nicht aber deren Kopieren und Verteilen) immer dann ohne Erlaubnis zulässig, wenn sie nicht-öffentlich erfolgt. (Zur Erläuterung siehe hier: Ist der Schulunterricht öffentlich?)

Hinweis: Die Medienzentren bieten einiges an (Film-)Material, das von vornherein mit Rechten auch zur Vervielfältigung und Verteilung an die Schüler ausgestattet ist.


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5 Kommentare

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 13.09.2018]


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Harald Hackenberg 07.09.2018 15:06
Verwendet werden die Begriffe „zur Verfügung stellen“ und „Verteilen“. Gemeint ist damit gem. §60a die „öffentliche Zugänglichmachung“ (über z.B. Moodle). Die Schulklasse ist also „nicht öffentlich“, wenn ein ganzer Film vorgeführt wird. Sie ist aber „öffentlich“, wenn der Film an die Klassenmitglieder „verteilt“ wird. So basteln sich Autor und Kultusministerkonferenz eine kostengünstige Realität. Denn der Gesetzgeber setzte die Öffentlichkeit im Unterricht voraus. Keine Öffentlichkeit liegt jedoch bei (Lern-)“Gruppen“ vor. Wer sich die Mühe macht, den Referentenentwurf mit dem Regierungsentwurf zu vergleichen, erkennt die Intention.
Michael Schnell, Redaktionsleiter Internet-ABC 06.09.2018 09:25
Wir haben den Text mittlerweile mit Hilfe von "iRights.Law" überarbeitet.
A Weller 08.04.2018 21:27
Für Baden-Württemberg hat das KM die Auffassung geäußert (Schreiben an alle öffentlichen Schulen vom 26.03.18), dass eine Schulklasse oder ein Kurs keine Öffentlichkeit darstellt, also Filme ohne weiteren Rechteerwerb gezeigt werden können. D.h. nach meiner Interpretation sollte youtube auf diese Weise, solange gestreamt wird, auch noch nach dem 01.03.18 in Baden-Württemberg möglich sein. Natürlich erscheint es immer sinnvoll, OER Materialien einzusetzen, auf CC Lizenzen zu achten oder einfach in den Medienzentren Filme auszuleihen. Im Zweifelsfall sollte ein Anwalt aufgesucht werden.
A. Weller 08.04.2018 11:54
Naja, ich deute die youtube Antwort auf eine andere Weise, denn prinzipiell spricht nichts dagegen, wenn der Rechteinhaber die Vorführung zulässt. Youtube selbst "... ist nicht der Eigentümer der auf der Website geposteten Inhalte und kann daher nicht das Recht zur Verwendung der Inhalte gewähren. " D.h. aber nicht, das Youtube den Filmeinsatz nicht gestattet, sondern in Rechte-Fragen auf den Urheber verweist. Natürlich bin ich kein Anwalt, geschweige denn ein Richter, hierzu aber auch die Seite: www.filme-im-unterricht.de, nach der bei Filmen, die zum einen kürzer als 5 Minuten sind, zum anderen nicht explizit als Lehrfilm gelten immer eine Vorführung, ja sogar eine Speicherung und eine digitale Verwaltung erlaubt ist. (zum Glück produziere ich nicht kommerziell Kurzfilme ;-)
N. Meier 29.01.2018 21:50
Youtube selbst gestattet nicht einmal den Filmeinsatz im Unterricht: https://support.google.com/youtube/answer/2802327?hl=de

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